Bern: Politiker fordern Schweizer Wein an Anlässen
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BernPolitiker fordern Schweizer Wein an Anlässen

Unsere Botschaften schenken laut der CVP regelmässig ausländische Weine aus. Jetzt fordern Politiker aller Lager ein Verbot von Rioja und Co. bei Schweizer Anlässen.

von
daw
Von Anlässen in Schweizer Botschaften sollen Rioja und Co. verbannt werden. (Bild: colourbox.com)

Von Anlässen in Schweizer Botschaften sollen Rioja und Co. verbannt werden. (Bild: colourbox.com)

Faustino V, so der klingende Name des Riojas, den CVP-Chef Christophe Darbellay bei einem Anlass in der Schweizer Botschaft in Helsinki im Glas hatte. «Es war ein billiger Wein», so sein vernichtendes Urteil. Laut Darbellay kein Einzelfall: Wegen «Knausrigkeit oder Snobismus» würden die Schweizer Botschaften im Ausland die Schweizer Weinbauern regelmässig übergehen. «Den Vogel abgeschossen hat aber Micheline Calmy-Rey am Frankophonie-Gipfel: Der Anlass kostete den Steuerzahler 35 Millionen Franken – und bei den Festivitäten im Château Chillon gab es keinen Tropfen Schweizer Wein.» Dies sei «himmeltraurig», denn die Anlässe seien das beste Schaufenster zur Welt.

In einem Vorstoss fordert Darbellay nun, dass alle Schweizer Vertretungen im Ausland und alle von der Schweiz subventionierten Organisationen zwingend Schweizer Weine ausschenken müssten. Auch sonst seien heimische Produkte zu verwenden. Unterstützt wird er von links bis rechts: Die Fraktionschefin der Grünen, Maya Graf, hat ebenso wie SVP-Chef Toni Brunner unterschrieben.

Das Aussendepartement weist die Kritik der Patrioten zurück: Es gelte die Weisung, «so weit wie möglich» schweizerische Weine und Erzeugnisse zu verwenden. «Den Vertretungen der Schweiz im Ausland steht deshalb eine ausführliche Liste von Schweizer Weinen und Spirituosen zur Verfügung», so EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger. In Bezug auf das Weinangebot am Frankophoniegipfel stellt er klar: «Bei Mahlzeiten und Empfängen, die anlässlich des 13. Frankophonie-Gipfels und seiner Begleitanlässe vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und von der internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) organisiert worden sind, wurden ausschliesslich Schweizer Weine ausgeschenkt. Das gilt auch für diejenigen Anlässe des EDA bzw. der OIF, die im Schloss Chillon stattgefunden haben.»

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