Nordirland: Politiker-Frau stolpert über Affäre mit Teenager
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NordirlandPolitiker-Frau stolpert über Affäre mit Teenager

Nach pikanten Enthüllungen über eine Affäre mit dem deutlich jüngeren Liebhaber Kirk McCambley soll die Frau von Nordirlands Regierungschef Peter Robinson sofort alle ihre Mandate abgeben.

Der heute 21-jährige Kirk McCambley vor dem Restaurant Lock Keeper's Inn, das er mit Hilfe seiner viel älteren Liebhaberin Iris Robinson eröffnet haben soll.

Der heute 21-jährige Kirk McCambley vor dem Restaurant Lock Keeper's Inn, das er mit Hilfe seiner viel älteren Liebhaberin Iris Robinson eröffnet haben soll.

Iris Robinson solle sowohl als Abgeordnete im britischen Parlament als auch als Abgeordnete in der nordirischen Regionalvertretung zurücktreten. Dies habe ihre protestantische Partei DUP beschlossen, berichteten am Samstagabend britische Medien. «Sie muss gehen und das sofort», zitierte die Nachrichtenagentur Press Association ein DUP-Führungsmitglied.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Robinsons 60-jährige Frau Iris 2008 eine Affäre zu einem damals 19-Jährigen unterhielt. Sie entschied zugleich als Vorsitzende eines Gremiums über Zuschüsse, die ihr Liebhaber für die Eröffnung eines Restaurants erhielt.

Dabei machte sie laut einem BBC-Bericht allerdings nicht öffentlich, dass sie auch privat mit dem Antragsteller bekannt war. In der BBC-Sendung wurde zudem der Eindruck erweckt, dass nach einer Beichte seiner Frau auch Peter Robinson über die unsaubere Vergabe des Geldes Bescheid wusste, die zuständigen Behörden jedoch nicht benachrichtigte.

Dies wies der nordirische Regierungschef inzwischen zurück, seine politische Zukunft ist dessen ungeachtet laut Beobachtern ungewiss.

«Seine Position wird immer untragbarer»

Peter Robinson müsse als Regierungschef zurücktreten oder sein Amt zumindest vorübergehend ruhen lassen, forderte David McIlveen, ein Freund seines Amtsvorgängers, des ehemaligen Chefs der probritischen Democratic Unionist Party (DUP), Ian Paisley. «Seine Position wird immer untragbarer», sagte McIlveen der BBC. «Er hat ein grosses Problem damit, seine familiären Probleme zu lösen, und ich persönlich glaube nicht, dass das Privatleben eines Menschen sein öffentliches Leben nicht beeinflusst.»

Die Koalition der protestantischen DUP mit der katholischen Sinn Fein steht ohnehin schon auf wackeligen Füssen. Belastet wird das Verhältnis der Regierungspartner unter anderem durch Robinsons Weigerung, mehr Vollmachten für die Justiz von London nach Belfast zu übertragen.

Die politischen Spannungen gehen mit Anschlägen von IRA-Dissidenten einher. Im vergangenen Jahr kamen dabei zwei Soldaten und ein Polizist ums Leben. Am Freitag wurde ein Polizist bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Der 33-Jährige schwebte am Wochenende weiter in Lebensgefahr. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte 1997 eine Waffenruhe verkündet - viele ihrer radikalen Anhänger akzeptieren diese jedoch nicht. (sda)

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