Irak: Politiker halten BP-Milliardenvertrag für illegal

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IrakPolitiker halten BP-Milliardenvertrag für illegal

Der Öl-Ausschuss des irakischen Parlaments hat Widerstand angemeldet gegen den ersten Milliarden-Auftrag an einen internationalen Konzern zum Wiederaufbau der Ölindustrie seit der US-Invasion von 2003 verhindern.

Der Vertrag mit dem Ölgiganten BP sei illegal und untergrabe die Demokratie, heisst es in einem Brief des Ausschusses an die britische Botschaft vom Wochenende. Nach Ansicht der Abgeordneten ist eine Zustimmung des Ausschusses zu dem Vertrag nötig.

Die irakische Regierung hält dagegen die Entscheidung des Kabinetts für ausreichend. Im Irak schwelen tiefe Konflikte über die Verteilung der Erlöse aus dem Öl-Reichtum, der sich auf den schiitischen Süden und den kurdischen Norden verteilt.

BP-Chef Tony Hayward soll den Vertrag über die Erschliessung des grössten irakischen Ölfelds Rumaila am Dienstag mit dem irakischen Ölminister unterzeichnen. Für Montag war zudem die Unterzeichnung eines Vorvertrags mit dem italienischen Konzern Eni geplant, der den Zuschlag für das Feld Subair erhalten hat.

An dem auf 20 Jahre angelegten Milliarden-Vertrag mit BP ist auch der chinesische Konzern CNPC beteiligt. An dem Projekt ist BP mit 38 Prozent und CNPC mit 37 Prozent beteiligt. Den Rest hält Iraks staatliche Ölmarketing-Organisation. In Rumaila werden Vorkommen von rund 17 Milliarden Barrel Öl vermutet.

(sda)

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