Aktualisiert 06.02.2014 22:02

Thorberg-Affäre

Politiker kritisieren Vetterliwirtschaft

Zahlreiche Verstrickungen und umstrittene Amtsinhaber: Der Fall Thorberg ist weiterhin im Fadenkreuz.

von
Alexandra Graber
Der Verstrickungen am Thorberg sorgen weiterhin für rote Köpfe.

Der Verstrickungen am Thorberg sorgen weiterhin für rote Köpfe.

Der Skandal um die Strafanstalt schlägt immer noch hohe Wellen: Seit bekannt wurde, dass Georges Caccivio und der externe Gutachter Benjamin Brägger Duzfreunde sind (20 Minuten berichtete), steht Regierungsrat Hans-Jürg Käser und dessen Amtsvorsteher Martin Kraemer in der Kritik. «Man muss sich wirklich fragen, ob Käser noch tragbar ist», sagt SP-Grossrat Ulrich Scheurer. «Ich habe Mühe mit seinem Verhalten.» Diese Zweifel bekunden auch die Mitte-Parteien: «Käser ist bekannt als jemand, der schnell durchgreift, er hat bei der Caccivio-Affäre aber ungewöhnlich lange abgewartet», sagt EVP-Grossratskandidat Daniel Steiner.

«Die Verbindungen sind ein «No-Go»»

Auch mit Amtschef Kraemer wird hart ins Gericht gegangen: «Er ist angezählt, wie ein Boxer vor dem K.o.», so SVP-Grossrat Thomas Fuchs. «Es stellt sich die Frage, ob Kraemer noch längerfristig tragbar ist», verdeutlicht auch Steiner. Die «Berner Zeitung» machte publik, dass Brägger in der Strafanstalt Witzwil einst Untergebener von Kraemer war – zu guter Letzt sind die beiden wie auch Caccivio FDP-Parteikollegen.

Eines ist für die Vertreter aller politischen Lager klar: Die Verbindungen rund um den Fall Thorberg sind höchst problematisch. «Sie sind ein No-Go», so Thomas Fuchs.

Ursprung der Thorberg-Affäre waren die Skandale um Anstaltsdirektor Caccivio. Wegen Sex mit Drogenprostituierten und engen Kontakten zu Häftlingen wurde er Anfang Woche per sofort freigestellt.

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