Aktualisiert 08.11.2019 14:37

1400 FrankenPolitiker stolpert in Schweizer Roaming-Falle

Der polnische Ex-Aussenminister weilte einen Tag lang am WEF in Davos. Das genügte, um seine Telefonrechnung auf weit über 1000 Franken steigen zu lassen.

von
dob
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Radoslaw Sikorski ärgert sich über die Schweiz.

Radoslaw Sikorski ärgert sich über die Schweiz.

epa/Andy Rain
Der ehemalige polnische Aussenminister und heutige EU-Parlamentarier ist nämlich in die Roaming-Falle gestolpert.

Der ehemalige polnische Aussenminister und heutige EU-Parlamentarier ist nämlich in die Roaming-Falle gestolpert.

epa/Julien Warnand
Nur ein Tag war er 2018 am WEF in Davos.

Nur ein Tag war er 2018 am WEF in Davos.

Keystone/Laurent Gillieron

Radoslaw Sikorski wettert über die Roaming-Insel Schweiz. Kein Wunder. Denn nach der Heimkehr von seinem eintägigen Aufenthalt am World Economic Forum (WEF) in Davos 2018 erhielt der ehemalige polnische Aussenminister und heutige EU-Parlamentarier eine Telefonrechnung von rund 1400 Franken, wie «CH Media» berichtet.

Während seines Aufenhalts in den Bündner Alpen telefonierte er mit seinem Handy, verschickte SMS, surfte im Netz und verbrauchte sonst allerhand Daten. Fast 1100 Franken kostete den Politiker letztlich allein der Datenverkehr.

«Eine Schande»

Per SMS erhielt Sikorski zwar noch eine Warnung, dass sein Datenvolumen aufgebraucht sei, so der Bericht weiter. Doch weil seine Telefonrechnung normalerweise mehr oder weniger 100 Franken beträgt, rechnete er nicht damit, dass diese plötzlich weit über 1000 Franken steigt – erst recht nicht innerhalb von 24 Stunden.

Seinem Ärger macht Sikorski nun Luft. Es sei «eine Schande», dass die Schweiz kein unbegrenztes Roaming anbiete. Immerhin würden das bereits viele andere europäische Länder tun. «Eine solch hohe Rechnung kann einem den schönen Aufenthalt in der Schweiz schnell vermiesen», zitiert der Bericht den polnischen Politiker.

Schritte gegen «Komplettabzocke»

Dieser «Komplettabzocke» will Sikorski jetzt ein Ende setzten. Im EU-Parlament erkundigte er sich , was man dagegen tun könne. Mit einem für Konsumentenfragen zuständigen EU-Abgeordneten führte er bereits Gespräche. Ebenso will er der EU-Kommission schriftliche Fragen vorlegen. Wenn nötig, will er sein Anliegen gar der Plenarversammlung des EU-Parlaments vortragen.

Der Pole will nicht nur Touristen aus der EU vor der Roaming-Abzocke hierzulande schützen. Laut Sikorski ist die Abschaffung des Roamings auch im Interesse der Schweizer, die in die EU reisen.

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