Aktualisiert 01.04.2010 13:08

TschechienPolitiker stolpert über Schwulen-Spruch

Der ehemalige tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek ist nach seinen heftig kritisierten Äusserungen über Juden, Homosexuelle und die Kirche politisch vorerst am Ende.

Mirek Topolaneks politische Karriere scheint vorerst beendet zu sein.

Mirek Topolaneks politische Karriere scheint vorerst beendet zu sein.

Topolanek erklärte am Donnerstag in Prag den Rücktritt von seinem Amt als Vorsitzender der konservativen Bürgerpartei (ODS) zum 12. April. Bereits vergangene Woche musste Topolanek im Zuge der Affäre die ODS-Spitzenkandidatur für die Parlamentswahl am 28. und 29. Mai aufgeben.

Im Gespräch mit dem Schwulen-Magazin LUI hatte Topolanek dem schwulen Verkehrsminister Gustav Slamecka vorgeworfen, «sich bei ernsten Angelegenheiten schnell davonzumachen». Über Regierungschef Jan Fischer meinte er, «der Fischer ist einfach ein Jude, nicht ein Schwuler, und er gibt noch schneller auf».

Heftige Reaktionen

Die Kirche bezichtigte Topolanek der «Gehirnwäsche». Er hatte sich nach Bekanntwerden des nicht autorisierten Interviews zwar öffentlich entschuldigt, aber kaum Rückhalt aus der Partei erfahren.

Topolanek, der Tschechien von 2006 bis 2009 und die ODS seit 2002 führte, äusserte sich bisher nicht zu seinen Zukunftsplänen. Parteivize Petr Necas soll nun bei einer Sitzung des ODS-Parteirats am 12. April zum neuen Vorsitzenden bestimmt werden.

Die Spitzenkandidatur für die Wahl hatte Necas bereits übernommen. Derzeit liegt die ODS in Umfragen mit gut 20 Prozent der Wählergunst deutlich hinter den Sozialdemokraten, die auf mehr als 30 Prozent der Stimmen hoffen können.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.