Corona Schweiz – Zertifikat soll über die Pandemie hinaus im Einsatz bleiben
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Corona SchweizZertifikat soll über die Pandemie hinaus im Einsatz bleiben

Die kantonalen Gesundheitsdirektoren fordern, dass die Kantone bei Bedarf ohne grosse Hürden auf das Zertifikat zurückgreifen können. Dasselbe gälte auch für Private.

von
Philippe Coradi
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Was passiert mit dem Corona-Zertifikat, wenn die Corona-Massnahmen aufgehoben werden? 

Was passiert mit dem Corona-Zertifikat, wenn die Corona-Massnahmen aufgehoben werden? 

20min/Simon Glauser
Nach dem Willen der Kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK soll es bei Bedarf schnell reaktiviert werden können. 

Nach dem Willen der Kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK soll es bei Bedarf schnell reaktiviert werden können. 

20min/Simon Glauser
Auch private Einrichtungsbetreiber sollen es weiterhin nach eigenem Ermessen einsetzen können. 

Auch private Einrichtungsbetreiber sollen es weiterhin nach eigenem Ermessen einsetzen können. 

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Für die Schweiz kommt der Frühling wohl gleich doppelt: So wie die Tage immer länger hell werden, dürften sich die Sorgen um die Pandemie Schritt für Schritt lichten. Der Bundesrat stellt weitreichende Lockerungen in Sicht, im besten Fall könnte am 17. Februar die Zertifikatspflicht für Restaurants, Veranstaltungen oder Freizeit- und Kulturbetriebe fallen.

«Bewährte» Ressource griffbereit halten

Aber was passiert mit dem Zertifikat danach? Bereits letzte Woche sagte Patrick Mathys vom BAG in einer Medienkonferenz, dass die Covid-App keinen konkreten Nutzen mehr hätte, wenn die Kontaktquarantäne und die Zertifikatspflicht fallen würden. Aber: Auf den digitalen Müll komme sie nicht.

Tatsächlich will die Konferenz der Kantonalen Gesundheitsdirektoren GDK das Zertifikat bei Bedarf möglichst barrierefrei reaktivieren können. Sie argumentiert, die Kantone müssten bei einem regionalen Corona-Ausbruch schnell reagieren können, schreibt die «NZZ am Sonntag». Laut dem BAG ist das auch rechtlich nach wie vor legitim: Das Zertifikat basiert auf dem Covid-19-Gesetz, das noch bis Ende 2031 in Kraft ist.

Impfstatus könnte weiter über Einlass entscheiden

Doch was heisst das für die Bevölkerung im Alltag? Es ist möglich, dass zum Beispiel Restaurantbesitzer und -besitzerinnen aus eigenem Ermessen von ihren Kundinnen und Kunden das Zertifikat verlangen. Das ist laut Kerstin Noëlle Vokinger, Professorin für öffentliches Recht an der Universität Zürich, erlaubt. «Wenn es sich nicht um ein Angebot der Grundversorgung handelt, darf ein Betrieb von seinem Hausrecht Gebrauch machen und das Covid-Zertifikat verlangen», sagt sie zur «NZZaS».

Rechtens, aber unerprobt

Solange die Kundinnen und Kunden eine Alternative hätten, sei das Zertifikat nicht diskriminierend. Vokinger gibt aber zu bedenken: Wenn Einrichtungsbetreiber und -betreiberinnen in Zukunft freiwillig von ihren Kundinnen und Kunden das Zertifikat und somit auch Einblick in deren Impfstatus verlangen, wäre das nach Privatrecht zwar möglich, aber in der Anwendung absolutes Neuland. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Corona-Zeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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