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VW-Bus im WahlkampfPolitiker zoffen sich wegen dieser «Drecksschleuder»

FDP-Nationalrat Thierry Burkart geht mit einem VW-Bus mit Jahrgang 1974 auf Wahlkampftour. Laut der SP foutiert er sich um den Klimaschutz.

von
daw
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Hippie im Hemd: Thierry Burkart.

Hippie im Hemd: Thierry Burkart.

Twitter / Thierry Burkart
Gabriela Suter, Präsidentin der SP Aargau, ist das zuwider. In einem Tweet greift sie Burkart frontal an. «Das Klimapapier seiner Partei lässt ihn offensichtlich kalt.» Burkart mache mit einer alten Dreckschleuder Wahlkampf.

Gabriela Suter, Präsidentin der SP Aargau, ist das zuwider. In einem Tweet greift sie Burkart frontal an. «Das Klimapapier seiner Partei lässt ihn offensichtlich kalt.» Burkart mache mit einer alten Dreckschleuder Wahlkampf.

Twitter / Thierry Burkart
Burkart kontert: «Der Bus mit Jahrgang 1974 macht mir Freude. Und der Wahlkampf darf auch Freude machen.»

Burkart kontert: «Der Bus mit Jahrgang 1974 macht mir Freude. Und der Wahlkampf darf auch Freude machen.»

Twitter / Thierry Burkart

Stolz präsentierte FDP-Ständeratskandidat Thierry Burkart sein Wahlkampfmobil: einen 45-jährigen gelben VW-Bus. Mit diesem werde er ab Ende August durch den Kanton Aargau touren, schrieb er auf Twitter.

Gabriela Suter, Präsidentin der SP Aargau, ist das zuwider. In einem Tweet greift sie Burkart frontal an. «Das Klimapapier seiner Partei lässt ihn offensichtlich kalt.» Burkart mache mit einer alten Dreckschleuder Wahlkampf. Sie fordert Taten statt Worte.

Via Myclimate kompensiert

Der VW-Bulli schluckt über 10 Liter auf 100 Kilometer. Thierry Burkart sagt zur Kritik: «Der Bus mit Jahrgang 1974 macht mir Freude. Und der Wahlkampf darf auch Freude machen.» Er sei für einen wirkungsvollen und eigenverantwortlichen Klimaschutz, nicht für Symbolpolitik. Den CO2-Ausstoss des Busses kompensiere er via Myclimate.org. «Ich habe 1000 Kilometer kompensiert. Das kostete rund 15 Franken. Ich habe auf 100 Franken aufgerundet.» Die Kritik der SP sei nicht sehr durchdacht. Er wolle Oldtimer nicht verbieten.

Unter dem Tweet von Suter entbrannte eine Kontroverse. Auf Kritik von Twitter-Usern, es handle sich um «Mimimi» und Nörgelei antwortet die SP-Politikerin mit dem Umweltrating von Ecorating.ch, demgemäss der Freisinnige nur in 18,2 Prozent der Abstimmungen umweltfreundlich abstimmt:

Gabriela Suter sagt zu 20 Minuten: «Die FDP hat neulich den Klimaschutz für sich entdeckt und propagiert Autos, die mit Wasserstoff betrieben werden.» Mit seinem «alten Chlapf» sende Burkart die gegenteilige Botschaft aus. Es liege ihr aber fern, den Leuten das Fahren von Oldtimern untersagen zu wollen.

FDP-Präsidentin Petra Gössi hatte im Juni eine liberale Klimawende angestrengt. Die Delegierten verabschiedeten ein Papier, das ein Verbot von Elektroheizungen oder eine Lenkungsabgabe auf Diesel und Benzin vorsieht.

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