Gesetz in Texas: Politikerin will Männer fürs Masturbieren büssen
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Gesetz in TexasPolitikerin will Männer fürs Masturbieren büssen

Das Abtreibungsgesetz in Texas ist streng. Eine Demokratin will es den männlichen Gesetzgebern nun heimzahlen – mit einem abstrusen Vorstoss.

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mlr
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Die demokratische Kongressabgeordnete Jessica Farrar (Mitte, hier mit Journalisten) hat in Texas einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Masturbation bei Männern unter Strafe stellt. Ganz ernst ist der Vorstoss nicht gemeint, im Gegensatz zu ...

Die demokratische Kongressabgeordnete Jessica Farrar (Mitte, hier mit Journalisten) hat in Texas einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Masturbation bei Männern unter Strafe stellt. Ganz ernst ist der Vorstoss nicht gemeint, im Gegensatz zu ...

Twitter/Jessica Farrar
... anderen Gesetzen, die in verschiedenen US-Bundesstaaten in Kraft waren oder es immer noch sind. In Memphis, Tennessee, etwa durften Frauen nur fahren, wenn ein Mann vor dem Auto herläuft und zur Warnung von Fussgängern und anderen Autofahrern eine rote Fahne schwenkt.

... anderen Gesetzen, die in verschiedenen US-Bundesstaaten in Kraft waren oder es immer noch sind. In Memphis, Tennessee, etwa durften Frauen nur fahren, wenn ein Mann vor dem Auto herläuft und zur Warnung von Fussgängern und anderen Autofahrern eine rote Fahne schwenkt.

Keystone/Mirjam Wanner (Symbolbild)
Nach kalifornischem Recht dürfen Frauen, welche einen Hausmantel tragen, kein Auto fahren. In St. Louis hingegen ist es der Feuerwehr verboten, eine Frau zu retten, wenn sie einen Morgenmantel trägt. Um gerettet zu werden, müssen Frauen vollständig bekleidet sein.

Nach kalifornischem Recht dürfen Frauen, welche einen Hausmantel tragen, kein Auto fahren. In St. Louis hingegen ist es der Feuerwehr verboten, eine Frau zu retten, wenn sie einen Morgenmantel trägt. Um gerettet zu werden, müssen Frauen vollständig bekleidet sein.

AFP/Patrick Kovarik (Symbolbild)

Wenn ein Mann sich selbst befriedigt, verschwendet er seinen Samen, statt ihn zu Fortpflanzungszwecken zu nutzen. Abstruser Gedanke? Die texanische Kongressabgeordnete Jessica Farrar schlug vergangenen Freitag ein Gesetz vor, das masturbierende Männer mit einer 100-Dollar-Busse bestrafen soll. Schliesslich sei Masturbation «ein Akt gegen das ungeborene Kind» und gegen die «Unantastbarkeit des Lebens». Mit ihrem Vorstoss will die US-Demokratin auf das nach ihrer Ansicht zu harsche Abtreibungsgesetz aufmerksam machen.

Farrars Gesetzentwurf fordert ausserdem eine 24-Stunden-Wartefrist für Männer, die sich einer Vasektomie oder einer Dickdarmspiegelung unterziehen wollen oder die sich Viagra verschreiben lassen wollen. Mit der House Bill 4260 wolle sie die männliche Gesundheit schützen, schreibt die «Houston Press». Dass ihr Vorschlag nicht durchkommen wird, weiss die Politikerin – sie meint ihn auch nicht wirklich ernst. Vielmehr wolle sie männlichen Gesetzgebern zeigen, wie es ist, wenn der Staat sich in intime medizinische Belange einmischt.

Ihr Entwurf spiegle reale Gesetze in Texas, schrieb Farrar auf Twitter.

«A Woman's Right to Know»

«Schauen wir uns an, was Texas den Frauen angetan hat», sagte die 50-Jährige zu CNN. «Was, wenn Männer die gleichen aufdringlichen Prozeduren erleben müssten?» In dem republikanischen US-Bundesstaat müssen Ärzte abtreibungswilligen Frauen eine Broschüre mit dem Titel «A Woman's Right to Know» («Das Recht einer Frau, zu wissen») zu lesen geben. Kritiker werfen den Machern der Schrift vor, falsche und ideologisch sowie religiös gefärbte Inhalte zu verbreiten, die Patientinnen von einem Schwangerschaftsabbruch abbringen sollen.

In einem Abschnitt des Prospekts heisst es demnach, dass es eine Verbindung zwischen Brustkrebs und Abtreibungen gebe – eine Behauptung, für die Studien keinen Beweis gefunden haben. Zudem erlaubt Texas keine Abtreibungen nach der 20. Schwangerschaftswoche, es sei denn, das Leben der Frau ist gefährdet. Selbst wenn der Fötus eine tödliche Krankheit hat, muss die Schwangere das Kind austragen. Frauen, die abtreiben lassen wollen, müssen eine Ultraschalluntersuchung machen und sich das Bild ihres ungeborenen Kindes erklären lassen.

Nicht nur das Gesetz erschwert Abtreibungen in Texas: Es gibt auch kaum noch Kliniken, die Abtreibungen vornehmen. Seit 2014 ist ihre Zahl von 44 auf 18 gefallen, weil der Bundesstaat Ärzten und Einrichtungen harte Beschränkungen auferlegt hat. Diese hat der Oberste Gerichtshof zwar später zurückgenommen, doch entsprechende Kliniken sehen sich nach wie vor Anfeindungen ausgesetzt.

«Sie sollte Biologie-Unterricht nehmen»

In der Folge hat Texas laut Farrar die höchste Müttersterblichkeits-Rate der entwickelten Welt. Einer Studie zufolge hat sich die Zahl der Frauen, die an Schwangerschaftskomplikationen starben, von 2010 bis 2014 verdoppelt.

In ironischer Anlehnung an die Abtreibungsbroschüre hat Farrar ihren Gesetzesvorschlag «A Man's Right to Know Act» genannt. Ihr Vorstoss solle auf die sexistische Doppelmoral hinweisen, so die Demokratin, und auf die Hindernisse, die Frauen im Gesundheitswesen in den Weg gelegt werden.

Von republikanischer Seite bläst der Angeordneten scharfer Wind entgegen: «Ihr Versuch eines Abtreibungsvergleichs offenbart einen Mangel an biologischem Grundwissen», befand das Kongressmitglied Tony Tinderholt. «Sie sollte am Biologie-Unterricht einer Highschool teilnehmen», empfahl der Republikaner. Tinderholt selbst legte kürzlich einen Entwurf vor, nach dem Abtreibungsanbieter bestraft und Frauen, die ihre Schwangerschaft beendet haben, des Mordes angeklagt werden sollten.

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