Politischer Schachzug lässt Krankenkassen-Prämien sinken
Aktualisiert

Politischer Schachzug lässt Krankenkassen-Prämien sinken

Im nächsten Jahr können sich rund 750 000 Personen über tiefere Krankenkassenprämien freuen - dank einer Abstimmungsmassnahme von Gesundheitsminister Pascal Couchepin.

Durchschnittlich 2,9 Prozent sollen die Krankenkassenprämien 2007 steigen, wie der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch am Dienstag mitteilte. 10 Prozent der Versicherten dürfen sich sogar auf einen Prämienabschlag freuen. Davon profitieren besonders die Romands: Im Kanton Genf sinken die Prämien für jeden vierten, in der Waadt für jeden fünften Versicherten.

Die Innerschweiz dagegen wird gemäss den Berechnungen von comparis.ch die gewohnten Prämiensteigerungen erleben: So gibt es in Uri einen Anstieg für 99 Prozent aller Versicherten. In Luzern, Obwalden, Glarus, Aargau und Appenzell Innerrhoden gibt es für jeweils über 95 Prozent einen Prämienanstieg.

Grund für die moderate Prämienrunde ist allerdings nicht eine Trendwende bei den Gesundheitskosten. Diese steigen laut Krankenversicherungsverband santésuisse beinahe ungebremst weiter. Der geringe Prämienanstieg komme vielmehr dank der vom Bundesrat vorgeschriebenen Senkung der Reserven der grösseren Krankenkassen zu Stande.

Das Eidgenösssiche Departement des Innern (EDI) hatte sich davon positive Auswirkungen auf die Prämienentwicklung versprochen. santésuisse dagegen zeigte sich überzeugt, dass die Senkung der Reserven nichts bringe und sogar zu kräftigeren Prämiensprüngen führen könnte.

Für Stimmung sorgen gegen die Einheitskasse

Angesichts der bevorstehenden Abstimmung über die Einheitskasse spricht Richard Eisler, Geschäftsführer von comparis.ch, von einem «politisch klugen Schachzug». Es sei darum auch nicht überraschend, dass vor allem die Westschweiz, wo die Einheitskrankenkasse am meisten Zustimmung findet, derart glimpflich aus der Prämienrunde hervorgehe.

Basis der Berechnungen sind die provisorischen Prämien für über 95 Prozent der Versicherten. Die definitiven Prämien will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Ende September bekannt geben. (sda)

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