Nachwuchs: Polizei-Aspiranten versagen im Diktat
Aktualisiert

NachwuchsPolizei-Aspiranten versagen im Diktat

Schweizer Polizeikorps haben ein Problem bei der Nachwuchsrekrutierung – immer mehr Kandidaten sind untauglich: Im Kanton Bern fällt die Hälfte der Polizeiaspiranten durch den IQ-Test, in Genf straucheln zwei Drittel beim Diktat. Und in Basel müssen unerwünschte «Rambos» nach Hause geschickt werden.

220 Polizeiaspiranten haben dieser Tage bei der Kantonspolizei Genf einen Eignungstest absolviert. Das ernüchternde Resultat: Rund zwei Drittel stolperten schon an der ersten Hürde, dem Diktat – dabei ist es essenziell, dass ein Polizist Rapporte und Protokolle zuverlässig verfassen kann.

«Wer in die Kripo will, darf nicht mehr als zehn Fehler machen. Zwei Drittel haben aber sehr viele Fehler gemacht», so der vom tiefen Niveau der Kandidaten überraschte Ausbildner Dominique Barcellini. Kandidaten mit mehr als 30 Fehlern wurden direkt nach Hause geschickt. Mit 29 Fehlern hat ein As­pirant aber noch die Chance, eines Tages als Verkehrspolizist Bussen zu verteilen.

Auch Deutschschweizer Kantonspolizeien müssen rigoros selektieren: Bei der Kapo Bern fällt laut dem stellvertretenden Personalchef Hans Rütti die Hälfte der Bewerber beim Intelligenztest durch. Neckisch ist daher die aktuelle Image-Kampagne der Kapo Bern, die gegen das Klischee des «dummen Polizisten» kämpft.

Die Kapo Baselstadt muss unter den Aspiranten laut Sprecher Klaus Mannhart sehr viele unerwünschte «Rambos» aussortieren. In Zürich wiederum scheitert ein hoher Anteil der Aspiranten an der deutschen Sprache. Kein Wunder, bezeichnet Reto Cavelti, Direktor der Polizeischule Ostschweiz, gute Sprachkenntnisse als «Killerkriterium».

daw/dti

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