Aktualisiert 21.11.2017 16:06

Rickenbach bei WilPolizei beendet «Märchenstunde»

Die Kapo Thurgau hat am Sonntagabend sieben Bettler angehalten und verzeigt. Auf Facebook warnt sie die Bevölkerung davor, auf Märchengeschichten hereinzufallen.

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taw
Via Facebook warnt die Kantonspolizei Thurgau vor Bettlern. (Bild: Facebook Kantonspolizei)

Via Facebook warnt die Kantonspolizei Thurgau vor Bettlern. (Bild: Facebook Kantonspolizei)

«Es war einmal eine arme, polnische Studentin, die sich in ihrer Not nicht anders zu helfen wusste, als von Haus zu Haus zu pilgern und (angeblich) selbstgemalte Bilder zu verkaufen», schreibt die Kantonspolizei Thurgau am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite. «Und sie war nicht alleine, sie wurde von mehreren Leidensgenossinnen und Leidensgenossen begleitet, die zufälligerweise ebenfalls in grosser Not waren und dringend Geld brauchten.»

Die Geschichte fand allerdings kein Happy End: Die Bewohner von Rickenbach bei Wil TG, bei denen die Bettler am Sonntag ihr Glück versuchten, fielen nicht darauf herein, sondern verständigten gegen 17 Uhr die Polizei.

Sieben Bettler angezeigt

Patrouillen der Kantonspolizei Thurgau waren rasch vor Ort: Sie beendeten die «Märchenstunde» und hielten insgesamt sieben Personen an. Es handelte sich dabei um vier Frauen und drei Männer aus Rumänien im Alter von 27 bis 65 Jahren. Sie werden wegen Bettelns bei der Staatsanwaltschaft Frauenfeld zur Anzeige gebracht, wie es am Dienstag in einer Mitteilung heisst.

Das Fazit der Polizei: «Denn eines haben die Storys der Bettler mit Werken wie Schneewittchen, Hänsel und Gretel und Co. gemeinsam: Sie sind frei erfunden. Egal, wie herzerweichend die Geschichten sind (kranke Kinder, Naturkatastrophen, etc.), fallen Sie bitten nicht darauf herein.» Kein Rappen lande nämlich bei bedürftigen Personen – die Bettler würden nur sich selbst bereichern.

Mehr Infos zum Thema finden Sie auch unter: www.kapo.tg.ch/bettler

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