Aktualisiert 02.09.2015 11:06

Österreich

Polizei befreit Flüchtlinge aus verschweisstem Bus

Die Behörden in Wien stoppten einen Kleinlastwagen mit 24 eingeschlossenen Afghanen. Frische Luft gab es keine. Laut Polizeisprecher bestand akute Lebensgefahr.

von
chk
Schiebetür verschweisst, Hecktür mit Riegelschloss: In diesem Bus waren die Flüchtlinge eingesperrt. (1. September 2015)

Schiebetür verschweisst, Hecktür mit Riegelschloss: In diesem Bus waren die Flüchtlinge eingesperrt. (1. September 2015)

Die Polizei in der österreichischen Hauptstadt Wien hat einen mit Flüchtlingen beladenen Kleinlastwagen gestoppt, bei dem die Türen und Fenster zugeschweisst beziehungsweise zugesperrt waren. Die 24 jungen Afghanen seien wohlauf.

Das teilte die Polizei nach einer Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Dienstagabend mit. Das Fahrzeug kam demnach vermutlich aus Ungarn, als es den Beamten in der Nacht auffiel. Vor gut einer Woche waren in einem Kühllastwagen in Österreich 71 erstickte Flüchtlinge entdeckt worden.

Keine Frischluft

Der Fahrer des nun gestoppten Lastwagens konnte gestellt werden. Die seitliche Schiebetür des Fahrzeuges war von innen verschweisst worden. Auf der Aussenseite der Hecktür war ein Riegelschloss angebracht. Sämtliche Fenster waren von innen vergittert. Frischluft konnte nicht ins Innere gelangen. Die Afghanen im Laderaum hätten nicht die Möglichkeit gehabt, sich selbst zu befreien.

Ein Polizeisprecher sagte, die Ladefläche sei sehr klein gewesen – 3,35 Meter lang, 1,75 Meter breit und 1,80 Meter hoch. Es habe akute Lebensgefahr bestanden. Da der Gesundheitszustand der jungen Menschen gut gewesen sei, dürfte die Schlepperfahrt noch nicht lange gedauert haben.

Proteste Rechter in Slowakei verhindert

Die slowakische Polizei hat am Dienstag eine Demonstration Rechtsextremer gegen Flüchtlinge verhindert. Mehreren hundert Demonstranten sei der Zugang zum Dorf Gabcikovo südlich von Bratislava verwehrt worden, wo rund 500 Flüchtlinge, die sich derzeit noch in Österreich aufhalten, zeitweise Aufnahme finden sollen.

Am vergangenen Sonntag hatten sich die Einwohner Gabcikovos mit grosser Mehrheit gegen die Aufnahme der Flüchtlinge ausgesprochen. Zuvor hatten rund 200 Menschen in Trnava im Westen des Landes gegen Flüchtlinge protestiert. Der Parteichef der rechtsextremen Partei Unsere Slowakei, Marian Kotleba, wurde von der Polizei zur Vernehmung einbestellt und so an der Teilnahme an der Kundgebung in Trnava gehindert. (chk/sda)

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