Russland: Polizei beschlagnahmt 36-jähriges Gammelfleisch
Aktualisiert

RusslandPolizei beschlagnahmt 36-jähriges Gammelfleisch

Die russische Polizei hat bei einer Kontrolle einen Kühl-Lastwagen angehalten. Er hatte 22 Tonnen Fleisch geladen, das im Jahr 1974 viele Tausend Kilometer weiter westlich tiefgefroren worden war.

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Der Lastwagen war in Belgorod, dicht an der Grenze zur Ukraine, unterwegs, als er von Beamten des russischen Departements für Wirtschaftssicherheit (DEB) abgefangen wurde. Im Laderaum fanden die Beamten 22 Tonnen Schmuggel-Fleisch, das 1974 tiefgefroren wurde. Mehrere Männer russischer und ukrainischer Herkunft wurden verhaftet.

Nach Angaben des russischen Innenministeriums handelt es sich um Fleischwaren aus den USA, Brasilien, Belgien, Kanada und Argentinien. «Es wurde festgestellt, dass dieses Fleisch lange Zeit in Lagern eines lateinamerikanischen Landes als strategische Reserve aufbewahrt worden war», schreibt das Departement für Wirtschaftssicherheit in einem Communiqué.

Offenbar gelangte die Ware auf dem Seeweg von Südamerika nach Odessa, von wo es mit Lastwagen via Charkow nach Russland geschmuggelt wurde. Die 22 Tonnen Fleisch sind in Russland über zwei Millionen Rubel (ca. 70 000 Franken) wert.

Das Fleisch hätte wohl kein Festessen mehr hergegeben

Kann man Fleisch, das vor so langer Zeit eingefroren wurde, überhaupt noch essen? «Im Prinzip schon», sagt Sabine Nerlich, stellvertretende Kantonschemikerin in der Waadt, gegenüber 20minutes online. Zumindest, solange es keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt war. Denn dann hätten sich schädliche Mikroben entwickeln und ausbreiten können.

Seit Jahren tiefgekühltes Fleisch gebe allerdings kein Festessen her, weder für das Auge noch für den Gaumen, sagt Nerlich: «Das Fleisch sieht trocken und wie verbrannt aus. Es schmeckt auch nicht mehr gut, denn es hat kaum noch Saft.»

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