Wenig Profil: Polizei büsst Rollerfahrer
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Wenig ProfilPolizei büsst Rollerfahrer

Zum Saisonstart sind in Zürich viele Vespa-Lenker mit abgefahrenen Reifen unterwegs. Das kann teuer werden.

von
Maja Sommerhalder
Vespa-Händler Flavio Fontana zeigt einen Reifen ohne Profil.

Vespa-Händler Flavio Fontana zeigt einen Reifen ohne Profil.

Der Zürcher Vespa-Händler Flavio Fontana (32) hat derzeit alle Hände voll zu tun. Zum Saisonstart müssen viele Roller neu bereift werden. Auffällig: Pro Woche kämen etwa fünf Kunden zu ihm, die wegen mangelhafter Bereifung gebüsst worden seien. «Das Problem ist vor allem das fehlende Profil», sagt Fontana. Er glaubt gar, dass die Polizei seit einem Jahr vermehrt auf Rollerfahrer losgeht. Nicht immer aber hält Fontana die Busse von 100 Franken pro Reifen für gerechtfertigt: «Oft sind sie gar nicht so stark abgefahren.»

Dies dementiert Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei Zürich: «Es ist unsere Aufgabe, darauf zu achten, dass Rollerreifen ein Profil von mindestens 1,6 Millimetern haben – sonst muss der Fahrer mit einer Busse rechnen.» Die Kantonspolizei Zürich führt ­jeden Frühling gezielte Kontrollen durch: «Zum Saisonauftakt ist es wichtig, dass die Zweiräder betriebssicher sind», sagt Sprecher Martin Sorg. Mit einem schlechten Reifenprofil gerate man auf nassen Strassen oder Zebrastreifen leicht ins Rutschen. «Das kann lebensgefährlich sein», so Sorg.

Nicht der Zustand der Roller bringe Leben in Gefahr, sondern die Verkehrsführung, ­findet hingegen Theodor Klossner, Präsident der IG Motorrad: «Zwei Drittel der Töffunfälle passieren bei Kollisionen mit Autos.» Deshalb sagt er: «Die Polizei sollte lieber für ­sichere Strassen sorgen, statt mit Kontrollen Einnahmen zu genieren.»

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