Australien – Polizei droht Klima-Aktivisten mit 25 Jahren Haft
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Australien Polizei droht Klima-Aktivisten mit 25 Jahren Haft

Seit Tagen blockieren Aktivistinnen und Aktivisten den Schienenverkehr der Kohleindustrie in Australien. Die Polizei wirft ihnen vor, Menschenleben zu gefährden und stellt zur Abschreckung lange Haftstrafen in Aussicht.

von
Angela Rosser
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Die 24-jährige Emily kettete sich an Schienen fest.

Die 24-jährige Emily kettete sich an Schienen fest.

Facebook/Blockade Australia
«Stoppt die Maschinen», lautete die Forderung.

«Stoppt die Maschinen», lautete die Forderung.

Facebook/Blockade Australia
Mehrfach unterbrachen die Aktivistinnen und Aktivisten am 16. November die Arbeiten im weltgrössten Kohlehafen.

Mehrfach unterbrachen die Aktivistinnen und Aktivisten am 16. November die Arbeiten im weltgrössten Kohlehafen.

Facebook/Blockade Australia

Darum gehts

  • Die Organisation «Blockade Australia» kämpft gegen die Kohleindustrie.

  • Festgenommenen Mitgliedern wird jetzt mit 25 Jahren Haft gedroht.

  • Die Aktivistinnen und Aktivisten bezeichnen das als ein Übermass an Polizeigewalt.

Sie brechen in die Kohleverladeanlage ein, legen sich auf Bahnübergänge und ketten sich an Schienen. Während der UNO-Klimakonferenz COP26 in Glasgow kämpfen die Mitglieder der Organisation «Blockade Australia» mit allen Mitteln gegen die Kohleindustrie in Australien. Um ihren Protest zu brechen, sprach der Polizeikommissar eine deutliche Warnung aus. Den Aktivistinnen und Aktivisten drohen bis zu 25 Jahre hinter Gittern.

Wie «ABCNews» schreibt, sind zwei festgenommene Frauen im Alter von 24 und 28 Jahren angeklagt worden, «Personen auf der Eisenbahn zu töten oder zu verletzen, Lokomotiven oder Schienenfahrzeuge zu behindern und die Sicherheit von Personen auf der Eisenbahn zu gefährden». Für solche Vergehen könnten Höchststrafen von 25 Jahren Gefängnis verhängt werden.

Mehrfache Abschaltung der Anlage

Seit Beginn der Proteste des Kollektivs Anfang November wurden bereits 19 Festnahmen vorgenommen. Zahlreiche Aktionen waren seither auf die Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung zurückzuführen. Am Dienstag zeigten Videos und Beiträge auf Facebook, wie sie es schafften, in die Kohleanlage einzudringen und den Schalter für eine Not-Ausschaltung zu betätigen. Die 24-jährige Emily, die sich am 14. November an die Schienen kettete, um die Züge zu blockieren, sagte in einem Beitrag auf Facebook: «Ich bin 24 Jahre alt und trauere jetzt schon um den Verlust unseres Planeten.»

Warnung an jeden

Der Polizeikommissar Mick Fuller sagte zu «ABCNews», dass solche Proteste nicht geduldet würden. «Ich warne jeden, der beabsichtigt, sich so zu verhalten, dass er mit einer Höchststrafe von 25 Jahren zu rechnen hat», so Fuller weiter. «Blockade Australia» sagt, die ausgesprochene Drohung sei ein «Übermass an Polizeigewalt». Sich von weiteren Aktionen abhalten lassen würden sie sich dadurch nicht. Am Dienstagabend ging die Organisation mehrfach auf Social Media live. Zu sehen waren Teilnehmende, wie sie die Arbeiten im Kohlewerk blockieren und sich an Seilen von Trägern herunterhängen lassen.

Die Organisation stellt sich mit ihren Aktionen gegen die Kohleindustrie Australiens und setzt sich für eine nachhaltige Klimapolitik ein.

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