A53-Ausfahrt Uster-Nord: Polizei erlaubt Benützung des Pannenstreifens
Aktualisiert

A53-Ausfahrt Uster-NordPolizei erlaubt Benützung des Pannenstreifens

Bei Stau dürfen Autofahrer, die die A53 in Uster-Nord verlassen möchten, neu auf dem Pannenstreifen fahren. Damit will die Polizei gefährliche Fahrmanöver verhindern.

von
rom
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So kennt man die A53-Ausfahrt Uster-Nord zu Stosszeiten: Rückstau über mehrere Hundert Meter.

So kennt man die A53-Ausfahrt Uster-Nord zu Stosszeiten: Rückstau über mehrere Hundert Meter.

Kapo ZH
Um den Verkehrsfluss auf der Autobahn wegen des Rückstaus nicht zu stören, ist künftig das Benützen des Pannenstreifens erlaubt - und entsprechend signalisiert.

Um den Verkehrsfluss auf der Autobahn wegen des Rückstaus nicht zu stören, ist künftig das Benützen des Pannenstreifens erlaubt - und entsprechend signalisiert.

Kapo ZH

Der Verkehr auf den Autobahnen rund um Zürich hat stark zugenommen. Deswegen kommt es bei den Ausfahrten zu den Stosszeiten häufig zu Rückstaus. Nun gibt die Polizei erstmals im Kanton Zürich den Pannenstreifen frei – und zwar bei der A53-Ausfahrt Uster-Nord.

Als erster Schritt wird dort kommende Woche frühzeitig vor der Ausfahrt das Hinweissignal «Freigabe des Pannenstreifens» angebracht. Es zeigt, wie das bereits heute praktizierte Einordnen auf dem Pannenstreifen bei Rückstau funktioniert. «Damit wird der Verkehrsfluss aufrechterhalten und gefährliche Abbremsmanöver werden verhindert», teilte die Kantonspolizei Zürich am Donnerstag mit.

Eine Lösung für weitere Ausfahrten?

«Uster-Nord ist kein Unfall-Hotspot wegen der Rückstaus, aber die Ausfahrt eignet sich gut für die Freigabe des Pannenstreifens», sagt Kapo-Sprecherin Carmen Surber. Dies sei nicht bei jeder Ausfahrt der Fall, da die baulichen Voraussetzungen nicht überall gegeben seien.

Ob diese Regelung künftig auch bei anderen Ausfahrten im Kanton Zürich zur Anwendung kommt, kann Surber noch nicht sagen. Punkto Signalisation ist die Kantonspolizei ohnehin nur für die wenigen kantonalen Autobahnen zuständig – beim grossen Rest ist es das Bundesamt für Strassen (Astra).

Dieses prüft die Möglichkeit der Pannenstreifen-Umnutzung «intensiv», wie Karin Unkrig, Sprecherin der Astra-Zweigstelle Winterthur sagt. Dabei gehe es nicht nur um eine temporäre oder örtlich begrenzte Nutzung bei Ausfahrten, sondern um die generelle Nutzung. Wo und wann dies dereinst umgesetzt wird, sei allerdings noch völlig offen: «Diesbezüglich gibt es rechtliche, bauliche und technische Fragen zu klären», so Unkrig.

«Der Bund möchte den Verkehrsfluss auf den Nationalstrassen weiter verflüssigen, nicht zuletzt, um die Stauzeiten zu verringern», sagt Unkrig weiter. Die permanente Pannenstreifen-Umnutzung entspreche einer Abwägung zwischen den drei Faktoren Kapazität, Sicherheit und Komfort.

So verhält man sich richtig

Damit sich die Autofahrer bei der erlaubten Benützung des Pannenstreifens in Uster-Nord richtig verhalten, erteilt die Kapo in der Mitteilung Tipps: «Reihen Sie sich für die Benützung der Autobahnausfahrt bei Stau zum Eigenschutz immer frühzeitig auf dem Pannenstreifen ein, auch wenn dies nicht signalisiert ist. Halten Sie auf keinen Fall auf dem Normalstreifen an. Das Gefahrenpotential durch das Anhalten auf dem Normalstreifen, etwa durch unaufmerksame Fahrzeuglenker, ist zu gross.»

Schon bisher habe die Kantonspolizei Zürich das Halten auf dem Pannenstreifen in solchen Situationen toleriert und nicht geahndet. Das Anhalten auf der Fahrbahn von Autobahnen sowie auch das Hineinzwängen in die Kolonne über den Normalstreifen in den Verzögerungsstreifen sei dagegen verboten und somit strafbar. Ebenfalls verboten sei das Überfahren von Sicherheitslinien und Sperrflächen.

In anderen Kantone wie etwa Zug und Schwyz ist das Benützen von Pannenstreifen an bestimmten Ausfahrten bereits erlaubt.

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