Aktualisiert

Vierfachmord von AnnecyPolizei ermittelt auf «drei grossen Achsen»

Zainab al-Hilli hat im Spital von Grenoble Besuch von ihren Verwandten erhalten. Weitere Informationen zu den Tätern gibt es immer noch nicht, die Polizei geht drei Spuren nach.

von
gux

Verwandte der Familie al-Hilli haben heute die siebenjährige Zainab im gut bewachten Spital von Grenoble besucht. Zainab, die mit ihrer vierjährigen Schwester Zeugin der Ermordung ihrer Eltern, ihrer Grossmutter und eines wohl zufällig vorbeikommenden Velofahrers wurde, liegt schwer verletzt auf der Intensivstation. Sie ist mittlerweile aus dem künstlichen Koma erwacht.

Am Sonntag sprach die Polizei kurz mit dem Mädchen. Für ein längeres Gespräch will sie aber erst die Erlaubnis der Ärzte einholen.

Waffe einer Spezialtruppe?

Mittlerweile dringen aus den Ermittlerkreisen immer mehr Informationen zu dem brutalen Vierfachmord durch. So wurden beim Tatort in Annecy offenbar 25 Patronen mit Kaliber 7,65 gefunden. Die dazugehörende Waffe sei eher veraltet, werde aber noch von «Spezialtruppen» verwendet, schreibt der «London Evening Standard».

Die Polizei ermittelt vor allem auch im Umfeld des ermordeten Vaters der beiden Mädchen, Saad al-Hilli. Ein namentlich nicht genannter Ermittler sagte, dass die al-Hillis trotz ihrer Campingferien in Frankreich «nicht dem Profil traditioneller Touristen» entsprächen. Präzisieren wollte der Polizist dies nicht.

Der zuständige Staatsanwalt Eric Maillaud teilte zudem mit, dass er und ein Untersuchungsrichter heute Abend nach Grossbritannien reisen würden, um sich mit den britischen Behörden und den dortigen Ermittlungsteams auszutauschen.

Leichname der Opfer an Familien übergeben

Die Leichname der Opfer wurden ihren Familien übergeben. Das gab Maillaud am Mittwoch in Annecy bekannt. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen seien abgeschlossen.

Die Hintergründe für die Tat liegen nach wie vor im Dunkeln. Bislang gebe es keine Tatverdächtigen, sagte Maillaud. Nach seinen Angaben konzentrieren sich die Ermittlungen auf «drei grosse Achsen»: Den Beruf des Familienvaters Saad al-Hilli, das Familienumfeld und die irakische Herkunft der al-Hillis.

Der ermordete Familienvater soll Geldstreitigkeiten mit seinem Bruder gehabt haben, was dieser aber abstreitet. Genaue Angaben zu möglichen Ermittlungen mit Blick auf die irakische Herkunft der Familie machte der Staatsanwalt nicht, es handle sich aber um ein «interessantes» Element. (gux/sda)

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