Aktualisiert 18.06.2019 16:41

Casaccia GR

Polizei ermittelt gegen deutsche Protzfahrer

Ein Ehepaar filmte am Samstag in Graubünden eine Gruppe deutscher Sportwagenfahrer, die zu gefährlichen Manövern ansetzten. Die Polizei wurde informiert, rückte aber nicht aus.

von
juu

Am Samstagmittag filmte ein Ehepaar in der Nähe von Casaccia GR mehrere Porsche- und einen Ferrari-Lenker, die durch waghalsige Manöver auffielen. Laut Leser-Reporter D.S.* gefährdete die Deutsche Gruppe bewusst andere Verkehrsteilnehmer. «Ein Töfffahrer konnte nur durch eine Vollbremsung einer Frontalkollision entgehen. Dieses Manöver quittierte er mit einem Stinkefinger», so S. Da das Ehepaar das Verhalten der Sportwagenfahrer als gemeingefährlich einschätzte, informierte es die kantonale Notrufzentrale.

Das Gespräch dauerte rund drei Minuten. Das kann das Paar auch beweisen. «Uns wurde gesagt, dass man bereits Kenntnis von der Gruppe habe und sie an der nächsten Abfahrt heraus winken würde», so die Ehefrau. «Deshalb bin ich extra vorsichtig gefahren, denn auch ich fahre mal fünf oder sechs Stundenkilometer zu schnell.» Doch gesehen habe sie niemanden.

Mehrere Lenker wählten den Notruf

Laut der Kantonspolizei Graubünden sind die Polizeipatrouillen im Oberengadin über die eingegangenen Meldungen informiert und sofort auf den aktuellsten Stand gebracht worden. Doch ausgerückt ist niemand: «Die Patrouillen waren bereits anderweitig im Einsatz», sagt Mediensprecher Roman Rüegg auf Anfrage.

Nachdem nichts geschah, machte sich das Ehepaar selbst auf den Weg zum Polizeiposten in St. Moritz. Dieser habe beim Eintreffen aber bereits geschlossen gehabt. S. steht seit Dienstag mit der Kantonspolizei Graubünden in Kontakt. Diese bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass am Samstag weitere Anrufe zur Fahrweise von Autogruppen eingegangen seien. «Ob es sich um dieselbe Gruppe wie im Video handelt, oder eine andere ist noch offen», so Rüegg.

Polizei ermittelt nun

Die Kantonspolizei Graubünden hat indes Ermittlungen aufgenommen. Ob sich die Lenker mit ihrer Fahrweise strafbar gemacht haben, könne erst nach eingehender Prüfung der Aufnahmen festgestellt werden. Rüegg: «Wenn sich herausstellt, dass Gesetzeswiderhandlungen stattgefunden haben, werden lenkende Personen mit Busse und Kosten oder mit Administrativmassnahmen in Bezug auf den Fahrausweis zu rechnen haben.»

*Name der Redaktion bekannt

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