Ausgestreamt: Polizei fasst den letzten Kino.to-Betreiber
Aktualisiert

AusgestreamtPolizei fasst den letzten Kino.to-Betreiber

Der letzte flüchtige Kino.to-Hintermann wurde am Sonntag von der deutschen Polizei verhaftet. Auf der Flucht hatte er neue Streaming-Portale für Filme und TV-Serien aufgebaut.

von
owi
Seit dem 8. Juni war der letzte Kino.to-Betreiber auf der Flucht. Nun droht dem Gefassten eine mehrjährige Haftstrafe.

Seit dem 8. Juni war der letzte Kino.to-Betreiber auf der Flucht. Nun droht dem Gefassten eine mehrjährige Haftstrafe.

Der deutschen Polizei ist ein weiterer Schlag gegen die Streaming-Seite Kino.to geglückt. Sie hat am Sonntagmorgen den letzten Flüchtigen der insgesamt 13 Kino.to-Betreiber gefasst, wie die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mitteilte. Das einst beliebte Streaming-Portal für Filme und Serien wurde nach Razzien in mehreren europäischen Ländern bereits im Juni dicht gemacht.

Der nun inhaftierte Kino.to-Hintermann war seither auf der Flucht und wurde zuletzt auch international per Haftbefehl gesucht. Er soll nach der Schliessung von Kino.to seine eigene Streaming-Seite ausgebaut und in der Öffentlichkeit beworben haben. Laut dem Tech-Portal «Golem» handelt es sich bei dem Nachfolgeportal um die Seite video2k.tv, die inzwischen nicht mehr erreichbar ist. Andere bekannte Streaming-Seiten sind indes noch immer online.

Der Verhaftete soll zudem einen mit Kino.to eng verbundenen Filehoster betrieben haben. Dieser hatte zahlreiche Kopien von aktuellen Kinofilmen, älteren Spielfilmen und TV-Serien gespeichert. Laut GVU habe sich der Verdacht erhärtet, dass der Filehost-Betreiber für das Hochladen der über Kino.to erreichbaren Filme regelmässig Geld bezahlt habe.

Lukrative Geschäfte

Reichlich Geld zur Bezahlung der Uploader war offenbar vorhanden. Kino.to war ein florierendes Unternehmen, das keine Steuern bezahlte. Haupteinnahmequelle war die Online-Werbung. Die eingeblendeten Werbebanner für Glücksspiele (Poker) und kostenpflichtige Porno-Sites brachten angeblich jeden Monat einen zweistelligen Millionenbetrag ein.

Geld verdient wurde aber auch mit sogenannten Premium-Zugängen zu den Servern, auf denen die Filme gespeichert waren: Die Nutzer konnten sich also eine schnellere Verbindung kaufen, um das begehrte Material herunterzuladen.

Kino.to Betreibern droht Haft

Einem anderen bereits im Juni verhafteten Kino.to-Betreiber wird seit Ende Oktober der Prozess gemacht. Er muss sich wegen der Verbreitung von Filmen und Serien im Internet vor Gericht verantworten. Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft erhob im Oktober Anklage wegen gewerbsmässiger Urheberrechtsverletzung in mehr als einer Million Fällen. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine Haftstrafe von maximal drei Jahren. Wie die Staatsanwaltschaft Ende Oktober weiter sagte, sitzen von den ursprünglich zwölf inhaftierten Beschuldigten derzeit noch sechs in Untersuchungshaft. Es ist davon auszugehen, dass gegen alle inhaftierten Kino.to-Betreiber Anklage erhoben wird.

Die Polizei war Anfang Juni in mehreren europäischen Ländern gegen die Betreiber der Internetseite vorgegangen. Dirk B., der Kopf hinter Kino.to, wurde auf Mallorca verhaftet.

Auf Kino.to waren Raubkopien von Spielfilmen und Serien illegal verbreitet worden. Die Seite wurde abgeschaltet. Einige Betreiber sollen von Leipzig aus agiert haben und wurden von der sächsischen Sondereinheit INES aufgespürt.

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