Aktualisiert 17.01.2019 17:12

DeutschlandPolizei filmt und büsst Gaffer nach Verkehrsunfall

Bei einem Unfall trifft die Polizei zahlreiche Gaffer an. Auf der Gegenfahrbahn schleichen die Autofahrer mit gezückten Handys vorbei – zu viel für die Beamten.

von
ofi
Die Polizei filmt und fotografiert während eines Einsatzes bei einem Verkehrsunfall die Automobilisten auf der Gegenfahrbahn.

Die Polizei filmt und fotografiert während eines Einsatzes bei einem Verkehrsunfall die Automobilisten auf der Gegenfahrbahn.

Keystone/AP/Thomas Kienzle

Die Bilder gleichen sich überall auf der Welt: Gibt es auf einer Autobahn einen Unfall staut sich der Verkehr auch auf der Gegenfahrbahn, weil die Automobilisten langsamer fahren, um zu sehen, was passiert ist. So geschehen auch letzte Woche auf der Autobahn A60 in der Nähe von Wiesbaden in Deutschland.

Bei einem Zusammenprall von zwei Lastwagen kam eine Person ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt und zwei Fahrzeuge brannten komplett aus. Als die Polizei an der Unfallstelle eintraf, fand sie dort eine Menge von rund 50 Gaffern vor, wie das Lokalblatt «Merkurist» berichtet.

Später habe die Polizei auch zahlreiche Autofahrer beobachtet, die auf der Gegenfahrbahn langsam an der Unfallstelle vorbeigefahren seien und mit dem Handy Bilder und Videos aufgenommen hätten. Das war zu viel für die Polizisten vor Ort und sie stellten ihrerseits eine Kamera auf und richteten sie auf die Gegenfahrbahn.

Facebookpost verbreitet sich rasant

Personen, die dabei aufgenommen wurden, wie sie mit dem Handy am Steuer waren, müssen mit einer Busse rechnen, wie huffingtonpost.de berichtet. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber dem Merkurist, dass «etwa acht solcher Verstösse aufgenommen wurden». Wie viele Anzeigen es geben werde, könne aber noch nicht gesagt werden.

Die Newsplattform wiesbaden112.de veröffentlichte ein Bild der Polizeiaktion auf ihrer Facebookpage mit dem Kommentar: «Schlechte Karten für Gaffer heute auf der A60.» Der Post verbreitete sich rasant. Fast 60'000 Likes, über 10'000 Shares und über 2100 Kommentare haben sich angesammelt.

Mehrheit der Kommentierenden unterstützen die Polizei

Die Meinungen der Kommentierenden gehen dabei diametral auseinander. Die einen applaudieren der Polizei und finden, es sei an der Zeit, dass man endlich gegen diese Gaffer vorgehe. Sensationslust habe in solchen Situationen überhaupt nichts zu suchen und man müsste das gleich deutschlandweit so machen.

Die anderen finden, es sei das Letzte, dass man als unbescholtener Automobilist von der Polizei gefilmt werde. Es fehle nur noch, dass Unfälle extra inszeniert würden, um Kohle zu machen, wettert ein User. Und ein anderer meint, da werde den Leuten einfach das Geld aus der Tasche gezogen, denn sobald ein Auto bremse, müssten ja alle dahinter fahrenden zwangsläufig auch bremsen und könnten nur langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Während die Befürworter der Polizeiaktion klar in der Überzahl sind, schlägt Facebook-User Till Baxtor einen ganz anderen Ansatz vor: Er findet, die Polizei sollte mit einer Drohne sämtliche Handys in einer Distanz von 50 Metern von der Unfallstelle blockieren, so dass einfach niemand mehr Bilder machen könne. Er denke, das verärgere mehr als ein lascher Bussgeldentscheid.

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