«Horror-Haus» in Detroit: Polizei findet Sex-Sklavin an Stange gekettet
Aktualisiert

«Horror-Haus» in DetroitPolizei findet Sex-Sklavin an Stange gekettet

Ein Mann hält vier Frauen gefangen und zwingt sie zur Prostitution. Bei der Durchsuchung eines Wohnhauses in Detroit finden die Beamten noch mehr.

von
mlr

Gegen einen 32-Jährigen aus Detroit wird wegen Sexhandels und Kinderpornografie ermittelt.

In Detroit ermittelt die Polizei in einem Fall von sexueller Ausbeutung, der selbst langjährigen, hartgesottenen Beamten zu schaffen macht: In einem heruntergekommenen zweistöckigen Wohnhaus fanden die Polizisten eine Frau, die an eine Poledance-Stange gekettet war und ein Vorhängeschloss um den Hals trug.

Sie habe wochenlang in dieser Stellung verharren müssen, weil sie versucht hatte, aus dem Haus zu fliehen, berichtete die 25-Jährige den Beamten. Sie sei eine von vier Sex-Sklavinnen, schreibt die «Washington Post». Ein Mann namens Ryon L. Travis hatte sein Haus zu einem abgeriegelten Bordell umfunktioniert.

Travis bot die Frauen demnach im Internet an. Wenn sie sich weigerten, vor der Kamera zu tanzen oder Sex zu haben, schlug er sie mit der Faust ins Gesicht oder trat sie zu Boden. Die gerettete 25-Jährige gab zu Protokoll, sie habe den Angeklagten seit sechs Jahren gekannt. Seit anderthalb Jahren habe Travis sie und die anderen Frauen zur Sexarbeit gezwungen. Ihre monatlichen 700 Dollar von der Sozialversicherung habe er eingestrichen. Der 32-Jährige nannte seine Opfer offenbar seine «Ehefrauen».

Kinderpornos im «Horror-Haus»

Die Ermittler sprechen vom «Horror-Haus» – und das nicht nur wegen der misshandelten Frauen. Die Beamten fanden in dem Gebäude ausserdem zwei Handys, auf denen kinderpornografische Inhalte gespeichert waren. Auf einem Foto war demnach ein Kind zu sehen, das auf einer Decke mit auffällig blau-weissem Muster liegt. Die gleiche Decke fanden die Polizisten in Travis' Schlafzimmer. Laut dem Nachrichtensender Fox 2 handelt es sich bei dem Kind um die fünfjährige Tochter des Mannes.

Travis muss sich nun unter anderem wegen Sexhandel mit Gewaltanwendung, Betrug sowie Besitz und Weiterverbreitung von Kinderpornografie verantworten. Er selbst weist jede Schuld von sich und verlangt, dass die Behörden den Fall fallen lassen. Travis gehört der sogenannten «Sovereign Citizen»-Bewegung an. Deren Anhänger nehmen für sich in Anspruch, selbst zu entscheiden, welche Gesetze sie befolgen und welche nicht. Die Bewegung gilt als Sammelbecken für Steuerverweigerer und Rechtsextreme.

Das Gericht lehnte sein Gesuch ab mit der Begründung, Travis sei eine Gefahr für Kinder, Frauen und Menschen, die in seiner Gegenwart hilflos sind. Auf die Schliche kamen die Beamten dem Mann, weil sie wegen Kreditkartenbetrugs und Identitätsdiebstahls gegen ihn ermittelten.

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