23.06.2015 18:33

New YorkPolizei findet Unterhosen der geflohenen Mörder

Die New Yorker Mörder Richard Matt und David Sweat sind bislang wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt verfolgt die Polizei eine heisse Spur.

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cfr
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FBI-Agenten auf der Suche nach David Sweat. (28. Juni 2015)

FBI-Agenten auf der Suche nach David Sweat. (28. Juni 2015)

AFP/Scott Olson
Ein bewaffneter Beamter an einem Checkpoint im US-Staat New York. (27. Juni 2015)

Ein bewaffneter Beamter an einem Checkpoint im US-Staat New York. (27. Juni 2015)

Keystone/AP/Jason Hunter
Gefängnisaufseher Gene Palmer wird am 24. Juni 2015 verhaftet. Er soll für die Anfang Monat entflohenen  Häftlingen Werkzeuge ins Hochsicherheitsgefängnis in Dannebora NY geschmuggelt haben. Unwissentlich, wie er sagt.

Gefängnisaufseher Gene Palmer wird am 24. Juni 2015 verhaftet. Er soll für die Anfang Monat entflohenen Häftlingen Werkzeuge ins Hochsicherheitsgefängnis in Dannebora NY geschmuggelt haben. Unwissentlich, wie er sagt.

Keystone/AP/rob Fountain/staff Photo

Halten die beiden in New York ausgebrochenen Mörder die Polizei zum Narren? Seit zwei Wochen suchen die Ordnungshüter mit Hochdruck nach den Schwerverbrechern Richard Matt (48) und David Sweat (35). Über 2000 Hinweise der Bevölkerung sind bei den Behörden eingegangen – gefunden hat man sie nicht.

Jetzt hat die Polizei eine heisse Spur vermeldet: In einer Jagdhütte in Owls Head im US-Staat New York haben Beamte die Knast-Unterwäsche der Männer gefunden. Der Ort liegt rund 50 Kilometer vom Gefängnis in Dannemora entfernt, aus dem die beiden am 6. Juni ausgebrochen waren.

«Noch nie so nah dran, die Mörder zu finden»

Der Besitzer der Hütte hatte Alarm geschlagen, als er am Samstag seinen Jagdsitz betrat und sah, dass sich jemand dort aufgehalten hatte. Er schrie auf und eine Person sprintete aus dem Gebäude, wie er später berichtete. Der Hütteninhaber rief die Polizei. Diese fand neben der Unterwäsche der Kriminellen auch Esswaren im Inneren des Häuschens. Eine DNA-Analyse bestätigte, dass Matt und Sweat sich in der Hütte aufgehalten hatten, wie ABC News berichtet.

Der New Yorker Senator Chuck Schumer sagte jetzt, man konzentriere sich auf die Suche im Gebiet um die Jagdhütte. Bislang sei man nie näher dran gewesen, die Mörder zu finden. «Wir haben Hunderte Gesetzeshüter in der Gegend, die versuchen, sie zu finden», sagt Schumer. In Owls Head sperrte die Polizei die Strassen ab und durchsuchte jedes einzelne Auto. Die Männer stellten eine «erhebliche Bedrohung» für die Bevölkerung dar, warnte der Staatsanwalt des Bezirks. «Bleibt drinnen und schliesst eure Türen ab», riet er den Anwohnern.

Die Männer seien zu Fuss unterwegs, sagte eine Quelle, die den Vollzugsbehörden nahesteht, zu «CNN». Man befürchte, dass Matt und Sweat den Polizeifunk abhörten, hiess es vonseiten der Behörden.

Werkzeug per Burger geschmuggelt

Unterdessen sind weitere Details zur Flucht der beiden Mörder ans Licht gekommen: So soll ihnen jemand Werkzeuge in gefrorenen Hamburgern in den Knast geschmuggelt haben. Denn die Mörder wohnten in einem Gefängnistrakt, in dem sie ihr eigenes Essen kochen durften.

Des Schmuggels verdächtigt wird unter anderen die Gefängnisangestellte Joyce Mitchell. Ihre Motive sind bislang unklar. Einige vermuten, die Frau habe eine sexuelle Affäre mit Richard Matt gehabt, andere sagen, die Mörder hätten Mitchell damit erpresst, ihren Mann umzubringen.

Ex-Chef gefoltert und zerstückelt

Seit dem Ausbruch sind rund 800 Strafvollzugsbeamte im Einsatz, die von Tür zu Tür gehen und nach Sweat und Matt suchen. Dabei konzentrierte sich die Fahndung bislang auf ein Gebiet rund um die Haftanstalt in Dannemora.

Die beiden Mörder hatten am 6. Juni mit Werkzeug Löcher in die Zellenwände geschnitten und sich durch Schächte davongemacht. Sweat verbüsste in Dannemora eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an einem Hilfssheriff. Matt war zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er 1997 seinen 76-jährigen Ex-Chef entführt, gefoltert und mit einer Metallsäge zerstückelt haben soll.

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