Sechs Monate verschwunden – Bizarre Wende im Fall Miriam – 15-Jährige sitzt jetzt in U-Haft
Aktualisiert

Sechs Monate verschwundenBizarre Wende im Fall Miriam – 15-Jährige sitzt jetzt in U-Haft

Monatelang rätselte man über den Aufenthaltsort des verschwundenen Mädchens. Am Freitagmorgen wurde es von der Polizei in Berlin gefunden. Nun sitzt es in Untersuchungshaft.

von
Patrick McEvily
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Seit Juni 2021 suchte eine Familie aus Sachsen-Anhalt nach Miriam (15).

Seit Juni 2021 suchte eine Familie aus Sachsen-Anhalt nach Miriam (15).

Polizei
Die Polizei fahndete mit zwei unterschiedlichen Bildern nach der 15-Jährigen.

Die Polizei fahndete mit zwei unterschiedlichen Bildern nach der 15-Jährigen.

Polizei
Sie wurde am Freitagmorgen (07.01.22) im Berliner Stadtteil Reinickendorf gefunden.

Sie wurde am Freitagmorgen (07.01.22) im Berliner Stadtteil Reinickendorf gefunden.

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Darum gehts

  • Die verschwundene Miriam El-Hatini (15) ist wieder aufgetaucht.

  • Polizeibeamte haben sie am Freitagmorgen in Berlin aufgegriffen.

  • Das Rätsel, wo sie sich genau aufhielt, dauert an.

Miriam El-Hatini (15) aus dem ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wurde seit Juni 2021 vermisst. Der Fall erlangte in den vergangenen Tagen internationales Aufsehen, weil die Polizei zwei völlig unterschiedliche Fahndungsfotos von der Verschwundenen veröffentlichte. Nun hat sie die Polizei gemäss der «Bild»-Zeitung in Berlin gefunden. Sie sei am Freitagmorgen um 4.30 Uhr im Bezirk Reinickendorf von Beamten wohlbehalten in einer Wohnung angetroffen worden. Zuvor hätten die Behörden einen telefonischen Hinweis auf den Aufenthaltsort von Miriam erhalten.

Wo sich Miriam El-Hatini davor aufgehalten habe, sei noch nicht klar. Wie die «Bild»-Zeitung weiter berichtet, sei sei aufgrund von Fluchtgefahr nun in Untersuchungshaft.

Vor ihrem Verschwinden befand sich Miriam in einer Jugendeinrichtung

Die Polizei hatte vermutet, dass sich die Jugendliche in Berlin aufhalte. Nun hat sich der Verdacht bestätigt. In den Tagen vor ihrem Verschwinden im Sommer war es zwischen Miriam und ihrer Mutter zu einem Streit gekommen, wie die «Bild»-Zeitung berichtete. Davor war das Mädchen immer wieder straffällig geworden und schwänzte gemäss Aussagen der Mutter die Schule. In den vergangenen Wochen tauchten zudem Einträge in den sozialen Medien auf, in denen eine Person, die sich als Miriam zu erkennen gab, angab, sich in der Hauptstadt aufzuhalten.

Wie die «Bild»-Zeitung schreibt, habe die 15-Jährige einiges auf dem Kerbholz. Sie habe sich schon in ihrer Heimatstadt Halle in Shisha-Bars aufgehalten und sei wegen schlechter Leistungen vom Gymnasium in die Sekundarschule gewechselt. Den Unterricht habe sie jedoch häufig geschwänzt. Dazu kamen Ladendiebstähle und Schwarzfahren. Aus Verzweiflung habe sie ihre Mutter im März 2021 bei den Behörden gemeldet, worauf diese einen dreimonatigen Aufenthalt in einer jugendpsychologischen Einrichtung anordneten.

Verwirrung um unterschiedliche Fahndungsfotos

Bereits im August machte sich die nun Gefundene in Berlin bemerkbar. Sie wurde damals bei einem Ladendiebstahl erwischt. Allerdings präsentierte sie einen deutsch-türkischen Pass, der ihr nicht gehörte. Gegenüber der «Bild»-Zeitung gab sie, in einem Interview in den Wochen danach an, nicht in Gefahr zu sein. «Ich muss keinen Kontakt zu meiner Familie haben. Auf meiner Facebook-Seite wird spekuliert, dass ich ermordet worden bin, Opfer irgendwelcher Sexualdelikte wurde. Ich finde es unschön, dass sich andere Menschen Gedanken darüber machen, wie es mir geht, obwohl ich wohlauf bin. Dabei gibt es andere Kinder, die wirklich gesucht werden und deren Eltern teilweise verzweifeln.»

Der Fall sorgte vor allem aufgrund der Polizeifahndungsfotos der deutschen Polizei für Aufsehen. Auf einem der Bilder wirkten Augen und Lippen des Mädchens übertrieben gross. Auch zeigte das Bild es mit langen, dunkelblonden Haaren, breiten Augenbrauen und stark verlängerten Wimpern. Vermutlich wurde das Foto mit einem Computer oder einer App bearbeitet. Auch trug sie auf dem Bild blaugraue Kontaktlinsen. Auf dem anderen Foto, das die Polizei veröffentlichte, trug Miriam weniger Make-up und hat dünnere Augenbrauen.

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