Zu viele Unfälle: Polizei geht gegen Ablenkung am Steuer vor
Aktualisiert

Zu viele UnfällePolizei geht gegen Ablenkung am Steuer vor

Die Polizeikorps in der Zentralschweiz wollen unaufmerksame Lenker nun mit einer Kampagne und mehr Kontrollen «erziehen».

von
Zéline Odermatt
Weil ein Lastwagenfahrer während der Fahrt ein technisches Gerät bediente, fuhr er im Oktober 2012 in Baar in eine stehende Autokolonne.

Weil ein Lastwagenfahrer während der Fahrt ein technisches Gerät bediente, fuhr er im Oktober 2012 in Baar in eine stehende Autokolonne.

Handy, Navi, Radio – die Bedienung solcher Geräte beim Fahren ist gefährlich. Das belegen neue Zahlen: Bei 500 von 5400 Unfällen in der Zentralschweiz war Ablenkung die Unfallursache. In Zug etwa haben die Auffahrunfälle wegen Unaufmerksamkeit und Ablenkung von 2011 auf 2012 um 17 auf 80 Unfälle zugenommen – in 32 Fällen gabs Verletzte. «Ablenkung und Unaufmerksamkeit sind die Hauptgründe für Verkehrsunfälle», sagte Joe Müller von der Zuger Polizei.

Kampagne und Kontrollen

Vor allem Telefonieren sei eine der grössten Unfallursachen. Die Bedienung von Geräten im Auto wie auch Essen, Trinken und Lesen am Steuer sei verboten und erschwere das sichere Lenken. «Eine Studie belegt, dass ein intensives Telefongespräch die Fahrweise gleich stark beeinträchtigt wie 0.8 Promille im Blut», so Müller. Deshalb werde auch eine Busse von 100 Franken fällig, wenn man am Steuer telefoniert. Essen oder das Bedienen eines Navis könne sogar noch teurer werden.

Nun will die Polizei dem Treiben mit einer Präventionskampagne ein Ende setzen. Bis 22. Oktober macht sie mit Plakaten, Flyer und TV-Spots auf die Gefahren aufmerksam. Müller warnt alle unbelehrbaren Autofahrer: «Wir werden ein verstärktes Augenmerk auf Leute haben, die beim Fahren abgelenkt sind.»

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