Familiendrama Höngg: Polizei hat den Vater verhaftet
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Familiendrama HönggPolizei hat den Vater verhaftet

Der Verdacht hat sich erhärtet: Der pakistanische Familienvater wurde verhaftet. Er meldete sich bei der Polizei und sagte, dass er seine eigene Tochter getötet habe.

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kub/amc/mlu

Das Familiendrama in Höngg bestätigt nun auch die Polizei: «Kurz vor 20.30 Uhr meldete ein Mann der Stadtpolizei Zürich telefonisch, dass er soeben in seiner Wohnung die eigene Tochter getötet habe und sich nun an einer Bushaltestelle unweit des Tatortes aufhalte.»

Die Polizisten seien auf eine verschlossene Tür gestossen, brachen sie auf, der Notarzt habe aber nur noch den Tod der 16-Jährigen feststellen können. Zur selben Zeit habe eine Streifenwagenbesatzung den 51-jährigen Vater bei der Bushaltestelle widerstandslos verhaftet. In einer ersten Einvernahme habe er zugegeben, seine Tochter im Streit mit einem Gegenstand erschlagen zu haben, schreibt die Polizei. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen.

Mord nach der Gutenachtgeschichte

Die Nachbarn der Familie stehen unter Schock: Ein Herumgerenne sei es gewesen gestern Abend, überall seien Polizisten gestanden. Einer sagt zu 20 Minuten Online: «Ich habe gestern meinem Sohn eine Gutenachtgeschichte vorgelesen. Dann kam die Polizei und ich erfuhr, dass es bei der Familie seiner Spielkameraden einen Mord gegeben hatte!»

Die Nachbarn hörten den Vater brüllen

In der Wohnung lebte eine sechsköpfige Familie aus Pakistan: Mutter, Vater, drei Mädchen und ein Knabe, A. Eine Nachbarin hütete einige Male den kleinen A. Sie sagt, die Familie habe sehr zurückgezogen gelebt. «Der Vater arbeitete, die Mutter war arbeitslos. Die Familie war arm», weiss die Nachbarin. Eine andere Anwohnerin erzählt: «Der Vater putzte jeweils am Abend Fensterscheiben. Er war ein komischer Mann, ich hatte das Gefühl, er war gewalttätig.»

Die Familie sei eingeschüchtert gewesen. Der kleine Sohn und die jüngeren Töchter seien verwahrlost gewesen, sie seien immer draussen gewesen - im Gegensatz zur Mutter und der ältesten Tochter. «Die beiden habe ich nie gesehen», sagt die Nachbarin. Oft habe man aus der Wohnung das Gebrüll des Vaters gehört, ständig habe es Streit gegeben.

Tochter lag tot auf dem Boden

Die Nachbarn vermuteten bereits nach dem Polizeieinsatz von gestern Abend, dass es sich um ein Familiendrama handeln könnte. Die Mutter habe gestern Abend eine pakistanische Verwandte um Hilfe angerufen, sagt ein Nachbar. Sie habe am Telefon gesagt: «Mein Mann hat meine Tochter getötet!» Die Verwandte habe ihren Mann zur Wohnung geschickt. Ein Nachbar sagt: «Er erzählte mir, er hätte sie tot am Boden liegen sehen.» Dann habe er die Polizei alarmiert.

Das Opfer sei eine Rebellin, so die Nachbarn. «Sie rauchte, sie lief vor zwei Jahren einmal weg, und ich glaube, sie hatte auch einen Freund», erzählt ein Nachbar. Man ist sich aber uneins, ob es sich um die älteste Tochter S. oder die zweitälteste Tochter R. handelt.

Eine Nachbarin sagt, da habe sich viel angestaut. «Der Vater hatte vor drei Wochen einen Herzinfarkt. Und jetzt hat er einen Mord begangen.»

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