Aktualisiert 19.10.2004 10:26

Polizei hat kaum noch Hoffnung für «Ötzi»-Finder Simon

Für den seit Freitag in den österreichischen Alpen vermissten Finder der Gletschermumie «Ötzi», Helmut Simon, gibt es kaum noch Hoffnung.

Nach Angaben der Polizei soll die Suche nach dem 67-Jährigen erst am Mittwoch wieder aufgenommen werden.

«Wir müssen den Rettungsmannschaften einfach eine Ruhepause gönnen», sagte ein Sprecher gegenüber der deutschen Presseagentur dpa am Dienstag. Später soll das Gebiet um den 2467 Meter hohen Gamskarkogel noch einmal mit einem Helikopter abgeflogen werden.

Simon war am Freitag ohne Begleitung zu einer Bergtour aufgebrochen. Nach Angaben des Polizeisprechers hatte Simon angesichts der winterlichen Witterungsbedingungen der vergangenen Tage kaum eine Überlebenschance.

«Wir müssen einfach realistisch sein. Die Temperaturen liegen in dieser Höhe seit Tagen zwischen minus fünf und minus zehn Grad», ausserdem seien dort mehr als 50 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Simon, der «Ötzi» im September 1991 auf dem Südtiroler Teil des Similaun-Gletschers gefunden hatte, war nicht für eine längere Bergtour ausgerüstet und hatte nach Aussagen seiner Frau Erika kein Handy mit. «Eigentlich wollte er nur eine relativ kurze Wanderung machen und am Nachmittag zurück sein», sagte der Polizeisprecher.

Die Bergwacht von Bad Hofgastein (Salzburg) hatte bereits am Freitagabend die Suche nach Simon aufgenommen. Auch am Samstag und Sonntag waren zeitweilig bis zu 120 Helfer mit Suchhunden unterwegs. Am Montag hatte die Bergwacht dann die Suche wegen der Wetterlage und der Übermüdung der Helfer eingestellt.

(sda)

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