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Polizei hielt Autofahrer für Dealer – und schoss auf ihn

Folgenschwere Verwechslung: Ein Stadtpolizist hat am Montagabend auf einen vermeintlichen Drogendealer geschossen. Dieser flüchtete vor den Fahndern, weil er sie für Verbrecher hielt.

Eben hatten zwei zivile Stadtpolizisten einen Drogendealer festgenommen. Es fehlte nur noch sein Komplize, den sie in der Nähe in einem Auto wartend vermuteten. Kurz nach 23 Uhr stiessen die Polizisten an der Sonneggstrasse im Kreis 6 dann tatsächlich auf ein parkiertes Auto mit laufendem Motor, eingeschaltetem Abblendlicht und beschlagenen Scheiben.

«Die Fahnder näherten sich dem Auto, riefen ‹Polizei!› und pressten ihre Ausweise an die Scheibe», sagt Stapo-Sprecher Marco Cortesi. Der 26-Jährige habe den Rückwärtsgang eingelegt und Gas gegeben – er glaubte, er werde überfallen. Beim Wegfahren habe er einen Polizisten gestreift. «Der zweite Fahnder glaubte, sein Kollege sei in Gefahr, und schoss zweimal auf das Fahrzeug, um den vermeintlichen Dealer zu stoppen», sagt Cortesi. Trotzdem habe der Lenker flüchten können.

Kurze Zeit später meldete sich der 26-jährige Spanier bei der Polizei und erklärte, er sei soeben überfallen worden. «Ein einziges Missverständnis», sagt Cortesi. Der Mann habe im Auto auf seine Freundin gewartet. «Den Vorfall bedauern wir sehr, wir haben uns persönlich beim Opfer entschuldigt», so Cor-tesi. Man könne von Glück reden, dass der Spanier von den Schüssen nicht getroffen worden sei.

Romina Lenzlinger (sda)

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