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OmahaPolizei holt fluchendes Kind ab

In Nebraska ist ein kleiner Junge den Eltern entzogen worden. Die Polizei hatte ein Video entdeckt, das zeigt, wie dem Kleinen Fluchwörter beigebracht werden.

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Ein kleiner Junge flucht wie ein Berserker und wird von drei Erwachsenen aufgefordert, immer schlimmere Schimpfwörter zu gebrauchen. Das Video, auf dem dieser Vorfall zu sehen ist, hat die Polizei von Omaha im US-Staat Nebraska auf den Plan gerufen.

Obwohl kein offizielles Delikt begangen wurde, nahmen die Behörden das Kind am Mittwoch in Obhut. Auch die drei Geschwister des Kleinen wurden aus dem Elternhaus geholt.

Afroamerikaner sind empört

Die Aktion der Polizei löste eine grosse Debatte aus - vor allem, weil die Behörde das kompromittierende Video auf ihrer Website zeigt. Zur Begründung meinte Sgt. John Wells, Präsident der Polizei-Gewerkschaft, es sei deren «Verpflichtung dieses Video mit der Öffentlichkeit zu teilen, um den schrecklichen Kreislauf von Gewalt und Gangstertum zu zeigen, in dem einige unschuldige Kinder gefangen sind.»

Die Aufnahmen zeigen einen kleinen Afroamerikaner, der noch in den Windeln steckt, zu hören sind Erwachsene Personen, die ihm Fluchwörter beibringen. Der Bub lernt schnell: Er wiederholt das Beigebrachte und beschimpft sein Gegenüber etwa mit «Halt die Klappe, Schlampe». Die Erwachsenen lachen, auch als der Kleine ihnen den Mittelfinger zeigt.

«Zweimal missbraucht»

Im Video ist zudem der Name einer Gang zu hören, die in einer Nachbarschaft von Omaha aktiv ist. In der Stadt werden jedes Jahr durchschnittlich 40 Morde registriert. «Es geht nicht darum, auf eine besondere Bevölkerungsgruppe zu zielen, sondern das irritierende Verhalten gegenüber einem Kind aufzuzeigen» meinte Sgt. Wells gegenüber CNN weiter.

Willie Hamilton, Leiter der Nachbarschaftsgruppe «Black Men United», sieht in der Veröffentlichung des Videos eine schwere Verletzung des Datenschutzes. «Es ist, als wäre das Kind hier zweimal missbraucht worden: einmal durch die Menschen auf dem Video und ein weiteres Mal durch die Polizei.» Wenn es das Ziel war, die Bevölkerung über die Probleme in der Gesellschaft aufmerksam zu machen, dann sei die falsche Methode angewendet worden.

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