Freiburg (D): Ayleen (14) lernte ihren Mörder über Fortnite kennen

Freiburg (D)Ayleen (14) lernte ihren Mörder über Fortnite kennen

Die Leiche der 14-jährigen Ayleen ist 300 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt gefunden worden. Ein Verdächtiger befindet sich in Haft. Am Montagnachmittag informieren die Behörden.

von
Lukas Hausendorf
Vanessa Travasci
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Ayleen lernte ihren späteren Mörder über das Online-Game Fortnite kennen. Der 29-jährige Tatverdächtige sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft und ist nicht geständig. Die Behörden informierten am Montag über den Stand der Ermittlungen.

Ayleen lernte ihren späteren Mörder über das Online-Game Fortnite kennen. Der 29-jährige Tatverdächtige sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft und ist nicht geständig. Die Behörden informierten am Montag über den Stand der Ermittlungen.

20 Minuten
Die Staatsanwaltschaft Freiburg (D) informiert am Montagnachmittag zum Tötungsdelikt der 14-jährigen Ayleen.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg (D) informiert am Montagnachmittag zum Tötungsdelikt der 14-jährigen Ayleen.

20 Minuten
Ayleen war seit dem 21. Juli vermisst worden.

Ayleen war seit dem 21. Juli vermisst worden.

Polizeipräsidium Freiburg

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Montag, 01.08.2022
13:39

Zusammenfassung

Eine Woche lang suchten Polizei und zahlreiche Freiwillige aus der Bevölkerung fieberhaft und mit allen Mitteln nach der 14-jährigen Ayleen, die am 21. Juli aus Gottenheim bei Freiburg im Breisgau verschwunden war. Eine Woche später dann die traurige Gewissheit: Ayleen ist tot. Am 29. Juli konnte die Polizei einen 29-jährigen Deutschen unter dringendem Tatverdacht in Frankfurt festnehmen. Am Montag präsentierten die Ermittler vom Landeskriminalamt Hessen, des Freiburger Polizeipräsidiums und der Freiburger Staatsanwaltschaft die vorläufigen Ermittlungsergebnisse der Öffentlichkeit.

Digitale Spuren hatten erste Hinweise geliefert, dass die vermisste Ayleen nach Hessen gefahren war. Die Spur führte nach Wetzlar in Mittelhessen zur Wohnung des Tatverdächtigen. Der 29-Jährige geriet ins Visier der Ermittler, weil er erst im Januar nach fünf Jahren aus der polizeilichen Führungsaufsicht entlassen wurde. Zuvor war er zehn Jahr in der Psychiatrie untergebracht, nachdem er 2007 wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt worden war. Er hatte eine 11-Jährige in sexueller Absicht angegriffen.

Entscheidende Hinweise in Wohnung

In der Wohnung des Mannes stiessen die Ermittler auf persönliche Gegenstände von Ayleen, nicht aber auf den Tatverdächtigen. Sofort wurde ein Haftbefehl erlassen und der Mann am Freitagmorgen verhaftet. Die Auswertung seiner Handydaten führte die Polizei dann zur Leiche. Der Tatverdächtige habe sich längere Zeit am Teufelsee in einem Naturschutzgebiet aufgehalten. «Sofort wurden ein Polizeihubschrauber und auch Taucher aufgeboten», so Andreas Röhrig vom Landeskriminalamt Hessen. Vom Helikopter aus konnte man eine im See treibende weibliche Leiche feststellen.

Mithilfe der Zahndaten konnte die Leiche, die schon tagelang im See trieb, am Samstag identifiziert werden. Nach einer mehrstündigen Obduktion konnte aber noch keine Todesursache ermittelt werden. Es brauche nun weitere Untersuchungen, etwa ob Drogen im Spiel waren oder ob Ayleen allenfalls ertrunken war, so der ermittelnde Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger.

Ayleen und ihr späterer Mörder lernten sich über das Online-Game Fortnite kennen. Der Kontakt bestand nach derzeitigen Erkenntnissen schon mehrere Wochen. Die Ermittler sind aktuell daran, «sehr umfangreiche» Chatverläufe zwischen den beiden auszuwerten.

Beschuldigter schweigt

Der Beschuldigte stritt in der polizeilichen Einvernahme zunächst seine Beteiligung an der Tat ab. Vor dem Untersuchungsrichter machte er dann von seinem Schweigerecht Gebrauch. Er befindet sich seit Samstag in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen sexueller Nötigung und Mord mit Verdeckungsabsicht ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

12:58

Pressekonferenz ist beendet

«Wir kennen um die Gefahren im Netz», sagt der Freiburger Polizeipräsident Franz Semling. «Unser Angebot ist sehr gross, es reicht aber nicht in allen Fällen.» Pro Jahr würden allein in Baden-Württemberg mehrere Hundert Veranstaltungen an Schulen durchgeführt. Er rät deshalb auch, dass bei einem allfälligen Kontakt mit einer fremden Person eine Vertrauensperson dabei sein sollte, etwa eine Freundin.

Man stehe erst am Anfang der Ermittlungen, betonen die Ermittler. Die Pressekonferenz ist damit beendet. Vielen Dank fürs Mitlesen. Eine Zusammenfassung folgt.

12:49

Seit Ende Januar ohne Aufsicht

Der Tatverdächtige stand bis Ende Januar nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie fünf Jahre unter Führungsaufsicht. Wie engmaschig er da unter Beobachtung stand, ist unklar. Eine Überwachung seiner digitalen Aktivitäten gab es offenbar nicht. Die Massnahme beinhaltete Kontaktgespräche im Rahmen der Bewährungshilfe. Nach dem Ende der Führungsaufsicht, war er offenbar ziemlich auf sich alleine gestellt. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits in Kontakt mit der Teenagerin stand.

Es gebe zurzeit keine Hinweise darauf, dass das Umfeld von Ayleen vom Kontakt mit dem 29-Jährigen gewusst hatte. Die Ermittler sind aktuell daran «sehr umfangreiche» Chatverläufe zwischen den beiden auszuwerten.

12:37

Kontakt über Fortnite

Ayleen und der Tatverdächtige lernten sich offenbar über Fortnite kennen, gab Arno Englen vom Landeskriminalamt Hessen auf Nachfrage bekannt. Der Kontakt zwischen den beiden habe nach derzeitigen Erkenntnissen mehrere Wochen bestanden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Ayleen lebend ihren Wohnort verlassen hatte. Der Tatort konnte aber noch nicht eruiert werden. Vermutlich wurde sie zwischen dem 21. und 22. Juli getötet.

12:32

«Wir hatten keine Chance»

«Wir hatten nach derzeitigem Kenntnisstand leider keine Chance, Ayleen rechtzeitig zu finden. Das ist echt hart für alle Beteiligten und wir müssen das alle auch verarbeiten», schliesst der Freiburger Polizeipräsident Franz Semling.

12:29

Beschuldigter schweigt

Nach seiner Festnahme am Freitag habe dieser die Tat zunächst bestritten. Anlässlich der Anhörung vor dem Untersuchungsgericht habe er dann von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Gegen ihn wird nun wegen sexueller Nötigung und Mord mit Verdeckungsabsicht ermittelt. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Der Tatverdächtige wurde 2007 wegen eines Angriffs in sexueller Absicht auf eine 11-Jährige vom Gericht in Wetzlar wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung verurteilt. Er verbrachte zehn Jahre in psychiatrischer Unterbringung und wurde am 25. Januar dieses Jahres aus der Massnahme entlassen.

12:25

Todesursache noch unklar

Nachdem die Leiche am Freitagabend geborgen wurde, konnte Ayleen noch nicht identifiziert werden. Nach einer mehrstündigen Obduktion konnte aber noch keine Todesursache ermittelt werden. Es brauche nun weitere Untersuchungen, etwa ob Drogen im Spiel waren oder ob Ayleen allenfalls ertrunken war, so der ermittelnde Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger. Am Samstag habe man sie dann identifizieren können.

12:20

Leiche trieb im See

Die Wohnung des Tatverdächtigen liegt in Wetzlar in Mittelhessen. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung, sei niemand anwesend gewesen. Daraufhin erging ein Festnahmeersuchen. Sein Fahrzeug konnte mittels Handyortung gesichtet werden und mit Hilfe von verdeckten Ermittlern konnte der Tatverdächtige dann am festgenommen werden.

Die Auswertung seines Handys ergab, dass er sich länger am Teufelsee in Mittelhessen in einem Naturschutzgebiet aufgehalten hatte. «Sofort wurde ein Polizeihubschrauber und auch Taucher aufgeboten», so Andreas Röhrig vom Landeskriminalamt Hessen. Vom Helikopter aus konnte man eine im See treibende weibliche Leiche feststellen.

12:15

Ortung gestaltete sich schwierig

«Sie war ein eher schüchternes Mädchen und kümmerte sich in ihrer Freizeit um ihren Bruder», sagt Arno Englen, Leitender Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Freiburg. «Wie alle Jugendlichen bewegte sie sich in den sozialen Netzwerken.» Innerhalb von 72 Stunden habe man inzwischen Millionen digitale Spuren.

Zuletzt sei die Ayleen am 21. Juli gegen 18 Uhr gesehen. Als man nach ihr zu suchen angefangen hatte, konnte man ihr Handy nicht orten. Über einen Provider habe man aber am ersten Wochenende einen Hinweis erhalten, dass das Handy sich versuchte in Hessen einzuloggen, man erhielt dann aber keine weiteren Hinweise mehr. Auch Hinweise aus der Bevölkerung hätten keine Ergebnisse ergeben. Nachdem man die ersten zehn Millionen Datensätze ausgewertet hatte, sei eine Person in Hessen in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Anhand der digitalen Spuren könne man sagen, dass Ayleen in einem Fahrzeug von Gottenheim nach Hessen mitgefahren war.

12:08

Tatverdächtiger war zehn Jahre in stationärer Therapie

Am vergangenen Donnerstag konnte man ermitteln, dass Ayleen von einer Person in einem PKW nach Hessen gebracht wurde. Gegen diese Person richte sich nun das Ermittlungsverfahren. Man habe am Freitag, 29. Juli, den See abgesucht und sei dabei auf den Leichnam von Ayleen gestossen, so der Leitender Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer. Die Todesursache habe noch nicht festgestellt werden können. Bei der Wohnungsdurchsuchung des Tatverdächtigen habe man persönliche Gegenstände von Ayleen gefunden.

Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 29-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Er wurde wegen eines versuchten Sexualdelikts bereits therapiert und war 10 Jahre deswegen untergebracht.

12:04

Noch nicht alle Fragen geklärt

Zum Tötungsdelikt an der 14-jährigen Ayleen haben am Montagnachmittag das Landeskriminalamt Hessen, das Polizeipräsidium Freiburg und die Freiburger Staatsanwaltschaft geladen. Der Freiburger Polizeipräsident Franz Semling eröffnet die Pressekonferenz mit Worten der Anteilnahme an die Angehörigen Ayleen. Ganz viele Menschen hätten sich mit grossem Engagement an der Suche nach der Vermissten beteiligt. «Es wurde alles versucht, um Ayleen möglichst lebend zu finden. Seit dem Wochenende haben wir aber die traurige Gewissheit, dass wir in einem Todesfall ermitteln müssen.» Man könnte heute, drei Tage nach ihrem Auffinden, noch nicht alle Fragen beantworten.

10:09

Tatverdächtiger in Haft

Die Staatsanwaltschaft Freiburg und das Freiburger Polizeipräsidium haben wegen des Tötungsdelikts an der 14-jährigen Ayleen am Montag zu einer Pressekonferenz geladen. 20 Minuten berichtet live.

Die Leiche der zuvor vermissten Ayleen (14) ist im Teufelsee bei Weckesheim in Hessen gefunden worden. Nach Informationen der Redaktion des «Schwarzwälder Boten» fiel die Jugendliche einem vorbestraften Sexualstraftäter zum Opfer. Der Mann habe nach seiner Haftentlassung an einem Programm teilgenommen, um das Rückfallrisiko zu senken.

Der Mann soll die 14-Jährige im Internet angelockt haben. Noch ist unklar, wie das Mädchen von ihrem Wohnort in Gottenheim (Baden-Württemberg) in das rund 300 Kilometer entfernte Hessen gekommen war.

Der Mann befinde sich bereits seit Donnerstag in Haft, berichtet «Bild». Der Mann sei schon vor dem Fund der Leiche ins Visier der Polizei geraten. Die Polizei soll beim Verdächtigen auch Kleider von Ayleen in seiner Wohnung gefunden haben. Der Mann habe die Polizei selbst zur Leiche geführt.

Die Ermittlungen zur genauen Todesursache gestalten sich laut der Polizei schwierig: Die Leiche der 14-Jährigen habe bereits mehrere Tage im warmen Wasser gelegen. (lha)