Basler Hafenareal - Polizei installiert nach Gewaltexzessen heimlich Videoüberwachung
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Basler HafenarealPolizei installiert nach Gewaltexzessen heimlich Videoüberwachung

Das Basler Hafenareal wurde während Corona bekannt für die wöchentlich ausufernden Partys und Ausschreitungen. Damit die Uferstrasse sicherer wird, installierte die Polizei Überwachungskameras, aber ohne Hinweisschilder für die Bevölkerung.

von
Seline Bietenhard
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Das Basler Hafenareal war während der Coronakrise Hotspot für ausufernde Partys, bei denen es auch zu Gewalt kam.

Das Basler Hafenareal war während der Coronakrise Hotspot für ausufernde Partys, bei denen es auch zu Gewalt kam.

20min/Lukas Hausendorf
Die Polizei installierte an der Uferstrasse sieben Überwachungskameras, die für mehr Sicherheit sorgen sollen.

Die Polizei installierte an der Uferstrasse sieben Überwachungskameras, die für mehr Sicherheit sorgen sollen.

20min/Lukas Hausendorf
Doch nirgends gibt es Schilder oder Hinweise, die die Passantinnen und Passanten informieren, dass sie gefilmt werden.

Doch nirgends gibt es Schilder oder Hinweise, die die Passantinnen und Passanten informieren, dass sie gefilmt werden.

20min/Lukas Hausendorf

Nachdem es auf dem Hafenareal in Basel in diesem Jahr mehrmals zu Ausschreitungen und Party-Exzessen an den Wochenenden kam, installierte die Polizei insgesamt sieben Überwachungskameras an Gebäuden. Die Kameras haben die Uferstrasse im Blick und sollen für mehr Sicherheit sorgen, berichtete «Bajour» am Donnerstag. Auch ein temporäres Fahrverbot, welches gegen die vielen Autoposer vorgehen soll, wurde diese Woche eingeführt.

Doch: an der Uferstrasse ist nirgends aufgeführt, dass die Passantinnen und Passanten gefilmt werden. Es gibt keine Schilder oder entsprechende Hinweise. Laut «Bajour» seien die Kameras einem Barbesitzer bereits vor ein paar Wochen aufgefallen. Über die Überwachung des Hafenareals sei er von der Polizei jedoch nicht informiert worden.

Datenschutzbeauftragter will Hinweisschild

Gemäss der Basler Polizei werde die Uferstrasse nur am Wochenende gefilmt. Polizeisprecher Toprak Yerguz sagte zur «Bajour», dass die Kameras zeitlich beschränkt im Einsatz seien. «Gefilmt wird nur zu Zeiten mit hohem Personenaufkommen, also von Freitagabend bis Sonntagmorgen», so Yerguz. Erfahrungsgemäss seien dann die meisten Partygänger unterwegs. Die Aufnahmen würden wöchentlich gelöscht und nur Einzelne hätten Einblick in die Videos.

Beat Rudin, Datenschutzbeauftragter des Kantons, findet die Kameras ohne Beschilderung heikel. Es reiche nicht, dass die Kameras sichtbar seien. «Die Kameras müssen erkennbar beschildert sein, damit die Leute wissen, dass sie gefilmt werden», so Rudin. Laut der Polizei soll, nachdem ein benötigtes öffentliches Reglement publiziert wurde, die Bevölkerung mittels Piktogrammen auf die Videoüberwachung hingewiesen werden.

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