Brasilien: Polizei ist für 20 Prozent der Tötungen in Rio verantwortlich
Aktualisiert

BrasilienPolizei ist für 20 Prozent der Tötungen in Rio verantwortlich

Für einen von fünf Tötungen in Rio de Janeiro ist die brasilianische Polizei verantwortlich. Dies berichtete der UNO- Berichterstatter für willkürliche Hinrichtungen, Philip Alston, am Montag in Genf.

Täglich würden in der Metropole drei Menschen erschossen. In seinem Bericht spricht der UNO-Experte von jährlich 48 000 Morden in ganz Brasilien. Er kritisierte vor allem die «Mega- Operationen» der Polizei in den Vorstädten von Rio, bei denen hunderte von Polizisten gegen kriminelle Banden vorgehen.

Bei solchen Einsätzen gebe es immer wieder Massenexekutionen, sagte Alston. Dazu führten eine Vielzahl der Polizisten ein Doppelleben: In ihrer Freizeit seien sie Mitglieder von Todesschwadronen und Miliztruppen, welche die Bewohner der Vorstädte erpressten.

Als Beispiel nannte Alston den Bundesstaat Pernambuco im Nordosten, wo nach seinen Schätzungen etwa 70 Prozent der Morde auf das Konto von Todesschwadronen gingen. Die meisten Morde geschähen in den Elendsquartieren.

Die Taten blieben zudem meist ungesühnt, kritisierte Alston. So würden in der Grossstadt São Paulo nur gerade zehn Prozent von den Gerichten verfolgt, wobei nur die Hälfte in einer Verurteilung endeten. (sda)

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