11.06.2015 14:48

Großfahndung läuft

Polizei jagt Entführer von Banker-Gattin

Die Polizei in München ist in Aufruhr: Sie sucht einen Mann, der die Ehefrau eines Bankers entführen wollte.

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dpa/mh
Die Münchner Polizei jagt einen mutmaßlichen Entführer, der 2,5 Millionen Euro Lösegeld von einem Banker gefordert haben soll.

Die Münchner Polizei jagt einen mutmaßlichen Entführer, der 2,5 Millionen Euro Lösegeld von einem Banker gefordert haben soll.

Am Mittwoch gegen 7.30 Uhr klingelt ein Mann an der Tür einer Banker-Familie. Er fesselt den 12-jährigen Sohn und nimmt seine Mutter mit. Ihr Ehemann, ein führender Sparkassenmanager, findet später einen Brief: «Wir haben ihre Frau!», steht darin. 2,5 Millionen Euro fordert der mutmaßliche Entführer als Lösegeld.

Seitdem ist die Münchner Polizei in Aufruhr. Mit Hochdruck sucht sie nach dem 50 Jahre alten Mann. Trotz sofort eingeleiteter Großfahndung fehlt von dem Verdächtigen bisher noch jede Spur. Immerhin ist die 46-jährige Frau inzwischen in Sicherheit. Sie konnte aus der Gewalt ihres mutmaßlichen Entführers entkommen.

Überwachungskamera filmt alles mit

Nach Angabe der Polizei zwang der mutaßliche Täter die Banker-Gattin, in ihr Auto zu steigen, und fuhr rund eine Stunde lang mit ihr umher. Schließlich steuerte er den Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters im Münchner Westend an. «Warum er da angehalten hat, wissen wir nicht», sagte Markus Kraus vom Münchner Polizeipräsidium.

Der Entführer und die 46-Jährige seien dann aus dem Wagen ausgestiegen. Daraufhin ergriff die Frau die Flucht. Auch der Mann floh und lief über ein angrenzendes Firmengrundstück. Dort zeichnete ihn eine Überwachungskamera auf. Die Bilder zeigen einen schlanken, schwarz gekleideten Mann mit Wollmütze und Rucksack.

Entführer trug eine Softair-Pistole

Dass der Gesuchte Komplizen hat, glaubt die Polizei derzeit nicht. «Momentan würden wir auf einen Einzeltäter tippen», sagte Kraus. Bei seiner Flucht habe dieser ein Waffen-Magazin verloren. Die Polizei geht darum davon aus, dass er eine Softair-Pistole bei sich trug. Die entführte Mutter und ihr Sohn blieben unverletzt.

Die Entführung weckt Erinnerungen an den Fall Maria Bögerl aus Baden-Württemberg. Die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs war im Mai 2010 entführt und wenige Wochen später tot aufgefunden worden. Ihr Mann hatte an einem vereinbarten Ort Lösegeld hinterlegt, das aber nicht abgeholt wurde. Er nahm sich ein Jahr später das Leben.

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