Aktualisiert 31.05.2020 09:51

Aarau

Polizei jagt Poser und Raser

Grundlos mit Autos lärmen: Deswegen erhält die Polizei immer wieder Anrufe entnervter Bürger. Und gezielte Kontrollen zeigen: Es sind oft Junglenker, welche mit Geheule auf ihre PS-starken Boliden aufmerksam machen wollen.

von
Martin Messmer
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Drei Autos, die die Kantonspolizei Aargau am Samstag bei einer gezielten Kontrolle sichergestellt hat.

Drei Autos, die die Kantonspolizei Aargau am Samstag bei einer gezielten Kontrolle sichergestellt hat.

Kapo AG
Offenbar ist die Bahnhofstrasse in Aarau bei Posern beliebt, um mit Motorengeheule auf ihre prächtigen PS-Boliden und sich selber aufmerksam zu machen. Es seien «mehrheitlich junge Männer», stellt die Polizei fest.

Offenbar ist die Bahnhofstrasse in Aarau bei Posern beliebt, um mit Motorengeheule auf ihre prächtigen PS-Boliden und sich selber aufmerksam zu machen. Es seien «mehrheitlich junge Männer», stellt die Polizei fest.

Kapo AG
Die Polizei stellt auch immer wieder getunte Autos sicher, hier etwa bei einer Kontrolle im Jahr 2017 in Luzern.

Die Polizei stellt auch immer wieder getunte Autos sicher, hier etwa bei einer Kontrolle im Jahr 2017 in Luzern.

Darum geht es

  • Die Polizei hat am Samstag auf der Bahnhofstrasse in Aargau eine Protz-Kontrolle durchgeführt.
  • Dabei hat sie zum Beispiel einen 19-Jährigen am Steuer eines Mercedes mit 360 PS verzeigt, weil dieser den Auspuff aufheulen liess.
  • Auch auf Raser hat es die Polizei abgesehen.
  • Sie erwischte etwa einen Töfffahrer, der ausserorts mit 136 km/h raste.

Normalerweise ist die Polizeisprache nüchtern, sachlich und nicht wertend. Die Aargauer Polizei nimmt für einmal kein Blatt vor den Mund: «Autoposer», nennt sie in einer Medienmitteilung vom Sonntag jene «mehrheitlich jungen Männer, die in Innenstädten und Ortschaften negativ auffallen, indem sie ihre leistungsstarken Autos aufdrehen und die Sportauspuffanlagen bewusst knallen lassen».

Vom Geprotze und dem Lärm hat die Polizei die Nase voll. «Die Kantonspolizei geht seit diesem Jahr verstärkt gegen diese Auswüchse vor», schreibt die Kapo Aargau. Am Samstagnachmittag etwa führte sie an der Bahnhofstrasse in Aarau eine «gezielte Aktion» durch. Ergebnis:

• Sie verzeigte einen 19-jährigen Neulenker, der mit einem Mercedes-Benz AMG (360 PS) «vermeidbaren Auspufflärm verursachte».

Wegen der gleichen Widerhandlung wurde der 23-jährige Lenker eines Alfa-Romeo Giulia (500 PS) verzeigt. Der BMW M3 (450 PS) eines 21-Jährigen verursachte übermässigen Lärm.

Genau wie der VW Golf (250 PS) eines 29-Jährigen. Da der Verdacht bestehe, dass jeweils die Auspuffanlage illegal manipuliert sein könnte, stellte die Kantonspolizei beide Autos sicher.

Wegen des Verdachts auf sonstige rechtswidrige Änderungen stellte die Polizei einen weiteren BMW (300 PS) sicher.

Experten des Strassenverkehrsamtes werden die drei Wagen nächste Woche einer eingehenden technischen Prüfung unterziehen, teilte die Polizei weiter mit.

Zusätzlich zur Aktion in Aarau führte die Kantonspolizei Aargau gestern zwei Geschwindigkeitskontrollen durch. Am schnellsten fuhr ein Töfffahrer in einer 80er-Strecke: 136 km/h.

Kantonspolizei Aargau

«Bereits Neulenker dürfen PS-starke Wagen fahren»

Bei der Polizei würden sich täglich «genervter Bürger» über Lärm beklagen, und häufig seien Autoposer der Grund, aber auch Motorräder und Autos, die an sonnigen Wochenenden zu Tausenden unterwegs seien. Die Polizei werde zwar weitere Aktionen durchführen, aber das Lärmproblem werde sich «trotz aller Bemühungen nicht aus der Welt schaffen» lassen. Als Gründe dafür nennt die Polizei etwa den Umstand, dass «bereits Neulenker leistungsstarke Wagen fahren dürfen». Zudem würden die «geltenden Vorschriften Auspuffanlagen und Motorsteuerungen erlauben, welche die Lärmemissionen ohne eigentlichen Nutzen erhöhen».

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96 Kommentare
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Tom Arbon

01.06.2020, 17:34

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Dodge Ram V8

01.06.2020, 16:24

Der Chlöpfiauspuff ist wirklich nur etwas für Leasingweichschnäbis:-)

Nyffeler Thomas

01.06.2020, 16:15

Ganz einfach Wenn er nicht nach Zulassung im Verkehr ist. Die Polizei begleitet ihn zum Schrottplatz er darf denn Knopf drücken und fertig. Bubi kann wieder zu Papi und Papi zahlt wieder. Wenn nichts gelernt nochmals von vorne. So kommt das Geld unter die Leute und wir haben genug Alteisen 👍 Ich denke nach zwei Autos, wäre ruhig in der Stadt und jeder würde sich an die Regeln halten.