Polizei-Knatsch in Genf
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Polizei-Knatsch in Genf

Die Genfer Polizeigewerkschaften fordern den Rücktritt der Polizeikommandantin Monica Bonfanti. Aus ihrer Sicht verfügt sie nicht über das nötige Rüstzeug.

Die Kantonsregierung reagierte empört auf die Forderung der Gewerkschaften. Es sei nicht akzeptabel eine Vorgesetzte unter dem Vorwand ins Visier zu nehmen, dass sie eine inkompetente Frau sei, sagte Regierungspräsident Charles Beer am Mittwoch vor den Medien in Genf.

Auch die Angriffe auf den Vorsteher der Polizeidirektion, Laurent Moutinot, seien deplaziert. «Es liegt nicht in der Kompetenz eines Polizisten-Verbandes, die Demission eines Regierungsmitglieds zu fordern», erklärte Beer. Die Kantonsregierung sei sich in dieser Sache völlig einig: Bonfanti bleibe auf ihrem Posten.

In einem Communiqué hatten die drei Polizeigewerkschaften geschrieben, dass sie in der laufenden Diskussion zur Reorganisation des Polizeikorps nichts zu sagen hätten. Man befürchte vor Tatsachen gestellt zu werden, die nicht mehr verhandelbar wären.

Unverhüllt drohen sie mit Kampfmassnahmen. Wenn die Regierung nicht auf die Einwände der Gewerkschaften eingehe, müsse das Gespräch abgebrochen werden. Der dann absehbare Konflikt wäre hart und würde lange dauern, hiess es.

Ebenfalls am Mittwoch wurde ein Disziplinarverfahren gegen Alain Devegney, den Präsidenten der Polizisten-Gewerkschaft UPCP, eröffnet. Ihm werden sexistische Äusserungen über Bonfanti vorgeworfen. Während einer nicht öffentlichen Gewerkschaftssitzung soll er unter anderem gesagt haben, sie verdanke ihren Posten ihren guten Beziehungen zu Staatsrat Laurent Moutinot. (sda)

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