Stadt Zürich: Polizei kontert Kritik bei unbewilligter Demo
Aktualisiert

Stadt ZürichPolizei kontert Kritik bei unbewilligter Demo

In der Stadt Zürich kam es am Samstagnachmittag im Rahmen des internationalen Frauentags zu einer unbewilligten Demonstration rund um den HB.

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Die Polizei riegelte die Brücke zum Hauptbahnhof hin ab.

Die Polizei riegelte die Brücke zum Hauptbahnhof hin ab.

20 Minuten
Demonstranten hatten das Central in Beschlag genommen.

Demonstranten hatten das Central in Beschlag genommen.

20 Minuten
Die Lage war jedoch überschaubar.

Die Lage war jedoch überschaubar.

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Am Samstagnachmittag versammelten sich mehrere hundert Personen, vorwiegend Frauen, beim Hechtplatz in der Zürcher Innenstadt und führten anschliessend einen unbewilligten Demonstrationszug zum Central durch. Der Verkehrsknotenpunkt wurde über eine Stunde lang blockiert. Die Frauen demonstrierten auf ihrem Marsch durch die Innenstadt gegen Gewalt, Sexismus und die Abwertung ihrer Arbeit. Sie forderten die gleiche gesellschaftliche Wertschätzung und Entlöhnung für ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit, wie Männer diese erhalten.

Ein Teil der Demonstrierenden versuchte mehrfach, von der Polizei abgesperrte Brücken entlang der Limmat zu überqueren. Wie die Stadtpolizei, die mit einem Grossaufgebot vor Ort war, auf Twitter schrieb, flogen «vereinzelt Farbbeutel gegen die Einsatzkräfte», die sich derweil auf der Brücke zum Hauptbahnhof hin positioniert hatten. Ein Abbruch der Demo zu diesem Zeitpunkt wäre nicht mehr verhältnismässig gewesen, sagte Polizeisprecher Christian Spaltenstein.

Überschaubare Situation

Die Frage nach einem Eingriff wegen des bundesrätlichen Veranstaltungsverbotes ab 1000 Personen habe sich nicht gestellt, erklärte Spaltenstein. Die Polizei habe keine bestätigten Teilnehmerzahlen gehabt. Es hätten «sicher einige Hundert Personen» am Umzug teilgenommen.

Die Situation war überschaubar, wie ein Augenschein vor Ort von 20 Minuten bestätigte. Die Polizei schritt nicht ein. «Uns gefällt die friedliche Stimmung», schrieb die Behörde.

Auf Twitter lieferte sich die Stapo derweil einen Schlagabtausch mit einigen Usern. Es ging dabei beispielsweise um die Wortwahl der Polizei und was denn eigentlich «gefällt».

Auch die Geschichte mit den Farbbeuteln wurde thematisiert.

Die Polizei musste sich auch dafür rechtfertigen, dass Strassen blockiert wurden.

Auch ein Input für eine allfällige Lautsprecherdurchsage wurde getwittert.

Die Polizei zweifelte allerdings an der deeskalierenden Wirkung des Vorschlags.

«Die Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration ist eine Übertretung, dagegen mit polizeilichen Mitteiln einzuschreiten, wäre unverhältnismässig», kommentierte die Stapo weiter.

Für Sonntag ist eine weitere nicht bewilligte Veranstaltung geplant. Das Feministische Streikkollektiv und das Frauenstreikkollektiv Zürich rufen auf zum feministischen Streik und zu einer Versammlung am Nachmittag auf dem Sechseläutenplatz. (20 Minuten/sda)

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