Kanton Zürich: Polizei kümmert sich intensiver um Opfer

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Kanton ZürichPolizei kümmert sich intensiver um Opfer

Opfer von Straftaten werden im Kanton Zürich nach Verbrechen intensiver betreut. Das zeigt eine neue Studie zur Kriminalität und Opferbefragung.

Im Vergleich zur letzten Befragung 2011 ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei von 74 auf 90 Prozent deutlich gestiegen.

Im Vergleich zur letzten Befragung 2011 ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei von 74 auf 90 Prozent deutlich gestiegen.

Keystone/Walter Bieri

Das Vertrauen in die Polizei ist im Kanton Zürich zwar sehr hoch, wie die Studie zeigt. Sie macht aber auch deutlich, dass die Nachbetreuung der Opfer verbessert werden kann. «Die Befragung hat unsere Erfahrungen bestätigt», sagte Werner Schaub, Sprecher der Kantonspolizei, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

«Wir hatten schon länger Rückmeldungen, dass Opfer nach einer Tat besser betreut werden müssten.» Die Kantonspolizei widme sich diesem Thema deshalb bereits seit vergangenem Herbst intensiver. Nun zeigt auch die Studie in diesem Bereich Verbesserungspotenzial, wie es in der Mitteilung der Kantonspolizei heisst.

Opfer über Verhaftung informiert

Opfer von Straftaten werden im Kanton Zürich deshalb seit einigen Wochen vom zuständigen Polizisten oder der zuständigen Polizistin einige Tage nach der Tat angerufen. Sie werden dabei über den Stand der Ermittlungen und die Aktivitäten der Polizei informiert. Bisher erfolgte diese Nachbetreuung nicht nach jeder Straftat.

Immer kontaktiert werden Opfer von schweren Straftaten, wo Geschädigte mit der Täterschaft direkten Kontakt hatten. Dies löse bei vielen Betroffenen Ängste und Verunsicherung aus, schreibt die Kantonspolizei. Bei besonders schweren Fällen werden die Opfer zudem benachrichtigt, wenn die Täterschaft verhaftet werden konnte.

Vertrauen zur Polizei von 74 auf 90 Prozent gestiegen

Mit der erneuten Kontaktaufnahme mit den Geschädigten könnten bei ungeklärten Fällen zudem oftmals neue Erkenntnisse gewonnen werden, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung der Täter führten, heisst es weiter. Bei weniger schweren Delikten entscheiden die zuständigen Polizisten über das konkrete Vorgehen der Nachbetreuung.

Die Studie zur Kriminalität und Opferbefragung wurde im Auftrag der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) verfasst. Im Rahmen dieser Untersuchungen erstellte die Firma Killias Research & Consulting auch die Vertiefungsstudie für den Kanton Zürich.

Im Vergleich zur letzten Befragung 2011 ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei von 74 auf 90 Prozent deutlich gestiegen. Zufrieden sind die Menschen gemäss Studie auch damit, wie rasch die Polizei nach einem Notruf am Tatort eintrifft. Auch die Kontrollen des ruhenden und rollenden Verkehrs werden positiv beurteilt. (sda)

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