Basel: Polizei lässt Zügelnde eine Stunde in der Kälte stehen
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BaselPolizei lässt Zügelnde eine Stunde in der Kälte stehen

Parkplätze zum Zügeln reservieren? In Basel-Stadt kein Problem – bis jetzt. Doch eine Änderung der Aus- und Rückgabe von Parkverbots-Schildern hat ein Debakel zur Folge.

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So haben sie sich das nicht vorgestellt: Statt die Verkehrsschilder schnell abzuholen oder abzugeben, mussten Zügelnde am Dienstag eine Stunde in der Kälte stehen.

So haben sie sich das nicht vorgestellt: Statt die Verkehrsschilder schnell abzuholen oder abzugeben, mussten Zügelnde am Dienstag eine Stunde in der Kälte stehen.

Leser-Reporter/Philipp Stürchler
Das Problem besteht, seit die Töggeli persönlich nicht mehr auf den Polizeiposten, sondern nur noch beim Untersuchungsgefängnis Waaghof abgeholt werden können.

Das Problem besteht, seit die Töggeli persönlich nicht mehr auf den Polizeiposten, sondern nur noch beim Untersuchungsgefängnis Waaghof abgeholt werden können.

Kanton Basel-Stadt
Wer sich dazu durchringt, zum Gefängnis zu gehen, ist zudem mit der schwierigen Parkiersituation in der Inneren Margarethenstrasse konfrontiert.

Wer sich dazu durchringt, zum Gefängnis zu gehen, ist zudem mit der schwierigen Parkiersituation in der Inneren Margarethenstrasse konfrontiert.

Google Maps

«Die Wartezeit ist über eine Stunde, und das bei diesen Temperaturen», klagt Philipp Stürchler. Der 39-jährige Basler wollte am Dienstag rasch Parkverbotsschilder holen – und landete in einer missmutigen Menge von Wartenden. «Die Leute fluchen», sagt Stürchler mit Verweis auf die Schlange, die sich bis hinaus auf die Strasse zog.

Eigentlich sollte eine Neuerung den Bezug von Parkverbotsschildern für den Umzug vereinfachen, wie das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am 29. Oktober mitteilte: Neu können die Töggeli online bestellt werden und die Polizei platziert sie dann. Doch dabei müsse die Zahlung per Kreditkarte erfolgen, so Stürchler. Nicht alle hätten eine zur Hand, was sie in den Personenstau vor dem Waaghof treibe: Nur dort kann man sie noch selbst abholen.

Waaghof mit Ausgabe überfordert

So trat das Gegenteil einer Vereinfachung ein: Statt wie bisher die Verkehrs-Töggeli mit Schildern innert weniger Minuten bei einem Polizeiposten abholen zu können, müssen sich Bezüger ohne Kreditkarte nun in eine Schlange vor dem Untersuchungsgefängnis Waaghof stellen.

Die dortige Stelle sei mit der Ausgabe überfordert. Das hänge auch damit zusammen, dass die Abholung und Rückgabe nur dienstags und donnerstags für je vier Stunden ausgeführt werden kann. «Der Kanton hat die Lage verschlechtert. Die Polizisten tun mir richtig leid, sie machen ja nur ihren Job», konstatiert Stürchler.

Hinzu kommen laut Stürchler noch weitere Probleme: Durch die Konzentration auf einen Standort habe sich die ohnehin schon angespannte Parksituation weiter zugespitzt. Und Unternehmen, die Parkschilder bräuchten, müssten unzumutbare Zeitverluste in Kauf nehmen. Sein Fazit: «Das geht so nicht.»

Polizei ergreift Massnahmen

«Wir haben festgestellt, dass ein Teil der Bevölkerung den neuen Online-Service noch nicht kennt oder nutzt und stattdessen die Schilder selber abholt. Dabei ist es zu Spitzenzeiten zu Schlangenbildung gekommen», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz auf Anfrage von 20 Minuten.

In den vergangenen Tagen sei der Prozess jedoch analysiert und Anstrengungen unternommen worden, um ihn zu optimieren. So habe man zusätzliches Personal mobilisiert und die baulich beschränkten Kundenräumlichkeiten so neu organisiert, dass alle Wartenden dort Platz fänden.

Im Bezug auf die Parksituation weist Yerguz darauf hin, dass die Parkfelder der Polizei vor dem Waaghof durchaus von Kunden genutzt werden dürfen. «In der Nähe der Inneren Margarethenstrasse befindet sich ausserdem das Parkhaus Elisabethen», sagt er.

Um die Kreditkarte kommt man online nicht herum

«Es ist korrekt, dass der Bestellvorgang mittels Kreditkarte abgeschlossen werden muss», sagt Yerguz weiter. Beim Online-Auftrag könne man auf den Polizeiwachen Kannenfeld und Clara gar Polizisten zu Hilfe ziehen.

Wer allerdings keine Kreditkarte besitzt oder das E-Government scheut, muss darauf hoffen, dass die Massnahmen beim Waaghof Abhilfe schaffen und man nicht in der Kälte stehen muss.

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