Frauendemo in Zürich : Demonstrantin beisst Polizisten und wird festgenommen
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Frauendemo in Zürich Demonstrantin beisst Polizisten und wird festgenommen

Am Samstag fand in Zürich eine unbewilligte Frauendemo statt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Es kam zum Einsatz von Reizgasen. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Demonstrantin zu Boden geht.

von
Michelle Muff
Lucas Orellano
Katja Fässler

Darum gehts

  • Am Samstagmittag wurde eine unbewilligte Frauen-Demo in Zürich von der Polizei aufgelöst.

  • Demonstrierende versammelten sich um 15.30 Uhr am Helvetiaplatz erneut.

  • Die Polizei marschierte mit einem Grossaufgebot auf.

  • Videos zeigen, wie Polizisten gegen Demonstrantinnen vorgehen und Pfefferspray eingesetzt wird.

Am Montag ist der internationale Tag der Frauen. Das Kollektiv «Feministischer Streik Zürich» rief bereits für dieses Wochenende zu Veranstaltungen in der Stadt Zürich auf. Nach 13 Uhr versammelten sich in der Innenstadt an verschiedenen Orten Personen zur Demonstration.

Die Stadtpolizei Zürich schob der Sache kurz nach 14 Uhr jedoch einen Riegel vor und löste die Kundgebung auf. Dies, nachdem sie frühzeitig präsent war und noch einmal auf das Veranstaltungsverbot hingewiesen hatte. Gegenüber einer 20 Minuten Reporterin am Helvetiaplatz stellten die Beamtinnen und Beamten klar, dass sich Personen, die sich noch länger vor Ort aufhielten, weggewiesen oder gar verhaftet würden.

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Videos zeigen, wie die Polizei gegen Demonstrantinnen vorgeht.

Videos zeigen, wie die Polizei gegen Demonstrantinnen vorgeht.

20 Minuten
Zahlreiche Menschen hatten sich am Helvetiaplatz in Zürich versammelt.

Zahlreiche Menschen hatten sich am Helvetiaplatz in Zürich versammelt.

20 Minuten
Die Polizei marschierte auf und markierte mit einem Grossaufgebot Präsenz.

Die Polizei marschierte auf und markierte mit einem Grossaufgebot Präsenz.

20 Minuten

Um 15.30 Uhr versammelten sich die weggewiesenen mehrere hundert Demonstrantinnen erneut am Helvetiaplatz. Es waren Sprechchöre zu hören, die Polizei marschierte auf und markierte Präsenz. «Es war eine aufgeheizte Stimmung», wie eine 20 Minuten Reporterin vor Ort berichtet.

Erste Demonstrierende wurden abgeführt. Die Polizei ging rigoros gegen die Protestierenden vor und setzte Tränengas ein. Auch Wasserwerfer standen für den Einsatz bereit. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Demonstrantin inmitten einer Auseinandersetzung mit der Polizei in der Langstrasse zu Boden geht. Wie die Stadtpolizei Zürich auf Twitter schreibt, kam es zu Angriffen gegen Polizisten. Der Einsatz von Reizstoff sei daher verhältnismässig gewesen.

Später schrieb die Stapo in einer Mitteilung, dass bei diesem Einsatz ein Polizist von einer Demonstrationsteilnehmerin gebissen wurde. Als die Frau unter heftiger Gegenwehr festgenommen wurde, solidarisierten sich mehrere Personen mit ihr und versuchten sie zu befreien, worauf erneut Reizstoff eingesetzt werden musste. In diesem Zusammenhang wurde eine weitere Frau festgenommen.

Gegen 16.30 Uhr zogen sich die Polizistinnen und Polizisten in Vollmontur am Helvetiaplatz für einige Minuten zurück. Die Lage entspannte sich daraufhin zeitweise. Vereinzelte Beamte waren immer noch vor Ort. Um 16.38 Uhr kehrten die Beamten in Vollmontur zurück.

Der Demonstrationszug setzte sich gegen 17 Uhr in Bewegung und kam schliesslich bei der Bäckeranlage zum Stillstand. Dort wurde verkündet, die Veranstaltung sei nun beendet. Vereinzelt gingen Personen nach Hause, andere formierten sich in Grüppchen auf der Wiese. «Ich habe es von Seiten der Teilnehmenden als sehr friedlich erlebt. Die starke Polizeipräsenz am Anfang war jedoch sehr ungemütlich», sagte Lara (23) aus Zürich. Jetzt bleiben wir noch kurz hier in der Bäckeranlage und lassen die Demo ausklingen und danach gehen wir nach Hause.»

Nach erneuter Intervention der Polizei verliessen die Demonstrierenden die Bäckeranlage. Laut Mitteilung der Stadtpolizei liegen keine Meldungen über verletzte Personen vor. Nebst den zwei Frauen, die festgenommen wurden, wurden insgesamt weitere über 100 Personen kontrolliert, verzeigt und weggewiesen.

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