Aktualisiert 03.01.2016 14:29

Besetztes HausPolizei löst Party mit Gummischrot auf

Die alte Poststelle in der St. Johanns-Vorstadt 80 in Basel wurde am Wochenende besetzt. Als am Samstagabend dort gefeiert wurde, setzte die Polizei dem Treiben ein Ende.

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aj/jd

Weil kurz nach Mitternacht einige der rund 150 Anwesenden vor dem besetzten Gebäude ein Feuer entfachten, rückte die Berufsfeuerwehr begleitet von der Kantonspolizei Basel-Stadt aus. Als diese vor Ort eintrafen, wurden die Einsatzkräfte mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Die Polizei setzte daraufhin Gummischrot ein.

«Die Atmosphäre war zu Beginn friedlich», sagt ein Leser-Reporter, der die Szenerie von der gegenüberliegenden Strassenseite mitbekommen hatte. Als Holz-Paletten angezündet wurden und die Polizei anrückte, sei die Stimmung jedoch gekippt. «Das Fest war dann schnell fertig», erzählt der Beobachter. Gegen 150 Personen zogen daraufhin zum Voltaplatz, wo sich der Umzug auflöste. Die Kantonspolizei sicherte das Gebäude und die weitere Umgebung.

Besetzer kritisieren Verdrängung

Gemäss ersten Angaben gab es Schäden im Haus sowie an drei Nachbarliegenschaften. Diese wurden bei einem Umzug kurz zuvor mit Sprayereien verunstaltet. «Die Liegenschaft ist nicht mehr besetzt», so Polizeisprecher Martin Schütz. «Mit dem Besitzer der Immobilie stehen wir in Kontakt. Ob er eine Anzeige erstatten wird und wie gross der Schaden ist, wird sich noch zeigen», sagt Schütz.

Auf der Plattform Radar wurde die Besetzung im Vorfeld von Unbekannten mit einem Schreiben angekündigt. Bei dem Gebäude, das bis Anfang 2013 als Poststelle gedient hatte, handle es sich um ein «wunderschönes, intaktes Haus am Rhein, das abgerissen werden soll, um lukrativen Eigentumswohnungen Platz zu machen». Weiter steht geschrieben, dass ein Zeichen gesetzt werden soll, da in Basel Platz für neue Ideen und Menschen fehle. «Gerade auch im St. Johann steigen die Mieten fortlaufend und der Raum schmilzt weg für jene, die sich die neuen oder renovierten Glanzwohnungen nicht leisten können», kritisieren die Verfasser.

Das leerstehende Haus in der St. Johanns-Vorstadt war laut der Polizei vermutlich Freitagnacht besetzt worden.

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