Aktualisiert 04.04.2020 11:59

Ausgang zu Hause

Polizei muss bei Privatpartys einschreiten

Auch während des Corona-Lockdowns haben Schweizer Lust aufs Feiern. Darum steigen die Partys nun zu Hause. Die Polizei verteilte Bussen und warnt.

von
B. Scherer/N. Knüsel

Nur weil alle Clubs und Bars geschlossen sind, muss die Party nicht ausfallen: Viele Schweizer feiern einfach in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Keller. So auch in Bern im Schönburg-Quartier (siehe Video oben). Ein Leser, der an der Balkonparty dabei war, sagt: «Ich fand es eine coole Idee. Jetzt, wo man nicht mehr raus darf, kann man zumindest so ein bisschen feiern.»

Personen aus dem Haus gegenüber hätten zuvor Zettel an die Haustüren gehängt, um die Party anzukündigen. Diese dauerte von 20 Uhr bis ungefähr 23.30 Uhr: «Von einem Balkon aus kam Musik und einige Personen gingen herum und stellten Bier vor die Haustüre, das man dann holen konnte», sagt der Leser weiter.

Party muss Ruhezeit und BAG-Regeln einhalten

Auf seinem Video sind auch Personen zu sehen, die sich vor dem Haus aufhalten und nahe beieinander stehen: «Die waren längere Zeit da und tanzten auch auf der Strasse», so der Leser. Persönlich habe es ihn nicht gestört: «Aber ich habe mir ehrlich gesagt in dem Moment auch nicht wirklich Gedanken dazu gemacht.»

Laut Kantonspolizei Bern, gingen am Freitagabend rund eine Handvoll Meldungen bezüglich Homepartys ein. Aber keiner der Anlässe musste aufgelöst werden. Die Party in Schönburg sei nicht aufgefallen: «Solange sich die Leute an die Vorgaben des BAG sowie die Ruhezeiten halten, gibt es auch keinen Grund solche Aktionen zu unterbrechen», sagt ein Mediensprecher.

Zu viele Gäste an der Geburtstagsparty

Anders in St. Gallen: Dort musste die Kantonspolizei wegen einer Geburtstagsparty mit zu vielen Teilnehmern ausrücken: «Eine junge Frau feierte ihren Geburtstag und hatte sieben Freunde eingeladen», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation.

Allgemein sei festzustellen, dass viele Personen die Massnahmen mit fortschreitender Zeit immer mehr auf die leichte Schulter nehmen. Die Polizei appelliert deshalb an die Vernunft jedes einzelnen, sich an die geltenden Regeln zu halten.

Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten

«Viele denken, wenn sie nicht zur Risikogruppe gehören und eine Privatparty veranstalten, dann mache das nichts aus. Dabei ist klar, dass man besonders bei einer Party in einem Privathaushalt die Abstands- und Hygieneregeln nicht einhalten kann», erklärt Krüsi. Die Kantonspolizei St. Gallen stelle fest, dass sich die Leute immer weniger an die Regeln halten. Das sei unverantwortlich.

Auch in Zürich mussten Personen wegen einer Homeparty zurechtgewiesen werden: «Im Bezirk Bülach wurde ein Privatanlass mit knapp einem Dutzend Personen aufgelöst. Dieser fand in einer Privatwohnung statt, die Personen wurden gebüsst», sagt ein Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich.

Auch in Sion wurde am Freitag auf den Balkonen gefeiert:

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