Kassierer des Kantons: Polizei muss mehr büssen, will aber nicht
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Kassierer des KantonsPolizei muss mehr büssen, will aber nicht

Die Luzerner Polizei muss mehr Bussen verteilen. Dies schreibt das kürzlich verabschiedete Budget des Kantons vor. Polizeikommandant Hensler kritisiert die neue Verordnung.

von
dwi
Die Kantonspolizei muss im Jahr 2012 mehr Bussen verteilen.

Die Kantonspolizei muss im Jahr 2012 mehr Bussen verteilen.

Die Einnahmen durch Ordnungsbussen der Kantonspolizei Luzern müssen in diesem Jahr 21,9 Millionen Franken betragen. Das vom Regierungsrat verabschiedete Budget wird damit um 2,4 Millionen erhöht. Die drohende Bussenverteilwut ärgert nicht nur Verkehrsteilnehmer, sondern auch den Polizeikommandanten Beat Hensler.

«Jede Schwerpunktverlagerung wird unweigerlich zu einer Reduktion der Polizeipräsenz und zu einer Verringerung der Aufklärungsrate in anderen Kriminalitätsfeldern führen.» Dies sagt Hensler in der «Neuen Luzerner Zeitung».

Mehr Geschwindigkeitskontrollen

Auch Daniel Orthaber, Chef der Luzerner Bereitschafts- und Verkehrspolizei kritisiert das neue Bussen-Budget im Blatt. Er warnt vor einem administrativen Mehraufwand. Das Senden von Mahnungen und Auffinden fehlbarer Lenker führe dazu, dass die Polizisten mehr Zeit im Büro verbringen als auf den Strassen. Auch er sieht damit die Gefahr, dass in anderen Kriminalitätsfeldern weniger Arbeit geleistet werden kann.

Um die budgetierten Millionen einnehmen zu können, braucht die Polizei einen neuen Schwerpunkt: In Zukunft werden mehr Geschwindigkeitskontrollen innerorts durchgeführt, so Orthaber. Dafür werde es weniger Kontrollen auf der Autobahn geben. Hensler verspricht aber, dass die Polizisten auch in Zukunft die Prioritäten dort setzen werden, wo ein uniformierter Einsatz gefordert sei. Die Polizei müsse sich in erster Linie dort aufhalten, wo sie gebraucht werde.

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