Basel-Landschaft: Polizei muss wegen Akt-Shooting ausrücken
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Basel-LandschaftPolizei muss wegen Akt-Shooting ausrücken

Ein Aktfotografie-Workshop in der freien Natur sorgte am Sonntag für Aufregung. Passanten vermuteten, es handle sich dabei um den Dreh eines Porno-Streifens. Sie riefen die Polizei.

von
jd
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Das Model Moni posiert vor dem Wasserfall Giessen,...

Das Model Moni posiert vor dem Wasserfall Giessen,...

Mäc Foto
... wie Gott sie schuf.

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Nackte Menschen in der freien Natur zu fotografieren, verstösst im Kanton Basel-Landschaft nicht gegen das Gesetz.

Nackte Menschen in der freien Natur zu fotografieren, verstösst im Kanton Basel-Landschaft nicht gegen das Gesetz.

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Vergangenes Wochenende veranstaltete Markus Bieber einen Aktfotografie-Workshop im Grünen: Sechs Fotografen nahmen teil und setzten Model Moni nackt vor einem Wasserfall in Szene. «Der Ort ist eine Geheimecke, den nur wenige Leute kennen und den mir eine befreundete Fotografin gezeigt hatte», so der Rheinfelder. Von einem Weg führe eine Holztreppe zu dem schönen Plätzchen hinunter, an dem Bieber nicht zum ersten Mal geshootet habe. Bisher immer ohne Probleme. «Doch die letzte Foto-Session endete mit einem Polizeieinsatz», erzählt Bieber amüsiert.

Drei Familien hätten sich an jenem Nachmittag ebenfalls am Wasserfall in der Nähe von Kilchberg aufgehalten. «Während sich ein junges Paar mit einem einjährigen Kind nicht an der nackten Haut gestört hat, warteten die Eltern eines zehnjährigen Bubens kurz auf dem Spazierweg, bis sich unser Model ein rotes Kleid übergeworfen hatte.» Den langen Rock habe Moni dann während dem zweiten Teil des rund zweistündigen Akt-Shootings nicht mehr abgelegt.

Nackte von Bäumen verdeckt

Ein Grossteil der Bilder sei bereits im Kasten gewesen, als zwei Polizisten am Set auftauchten und freundlich fragten, was sich am Wasser genau abspielen würde. «Jemand hat der Polizei gemeldet, dass wir einen Porno drehen würde», so Bieber. Dafür hat er wenig Verständnis. Rund 30 Meter müssen den Anrufer von der Gruppe Fotografen getrennt haben. «Wenn man vom Weg die Böschung hinunter schaut, versperren Bäume die Sicht zum Wasserfall», schildert er. Die Distanz sei zu gross, um durch das Blätter-Dickicht viel mehr als ein bisschen nackte Haut zu erkennen.

Er vermutet, dass zwei Velofahrer hinter der Beschwerde stecken. Während die Familie mit dem Zehnjährigen oben an der Treppe gewartet habe, hätten diese beobachtet, wie die beiden bremsten, um über den mutmasslichen Pornodreh zu spekulieren. «Ich frage mich, was diese Menschen sich denken und wo ihr Problem ist. Sie hätten ja mit uns reden können», so der Fotograf. Akt-Shootings in der freien Natur seien ihm noch nie zum Verhängnis geworden. «Oft bleiben Spaziergänger stehen, beobachten das Ganze und wechseln ein paar Worte mit uns.»

Nicht illegal

Die Polizei Basel-Landschaft bestätigte genüber von 20 Minuten den Vorfall. «Der Fotograf zeigte sich kooperativ und hat sich mit dem Workshop nicht strafbar gemacht. Wenn er ganz korrekt hätte vorgehen wollen, hätte er ein Schild aufstellen können, um Passanten darüber zu informieren», so Polizeisprecher Meinrad Stöcklin.

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