Verfolgungsjagd in Basel: Polizei musste Täter am Zoll ziehen lassen
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Verfolgungsjagd in BaselPolizei musste Täter am Zoll ziehen lassen

Ein Strassenräuber-Trio ist am Mittwochnachmittag in Basel nach einem Raubversuch entkommen – weil die Polizei die Verfolgung an der französischen Grenze abbrechen musste.

von
huf
«Bis hierher und nicht weiter», heisst es für die Basler Polizei beim Grenzübergang Burgfelden.

«Bis hierher und nicht weiter», heisst es für die Basler Polizei beim Grenzübergang Burgfelden.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort war am Mittwochnachmittag eine Patrouille der Basler Polizei, als gegen 14.45 Uhr bei der Tramschlaufe Burgfelderstrasse drei Täter eine ältere Frau zu einem abgestellten Auto zerrten und ihr die Uhr zu entreissen versuchten.

Als das Trio die Polizisten entdeckte, liessen sie von der Frau ab, setzten sich in ihr Auto und flüchteten in Richtung Frankreich. Obwohl die Polizisten sofort die Verfolgung aufnahmen, entkamen die Täter – weil die sogenannte «Nacheile» nach Frankreich nur bei schweren Delikten erlaubt ist.

«Nacheile muss verhältnismässig sein»

«Das ist verständlicherweise für jeden Polizisten absolut unbefriedigend», sagt Polizeisprecher Andreas Knuchel. Dasselbe könne aber auch innerhalb der Schweiz passieren, beispielsweise wenn sich im falschen Moment eine Bahnschranke schliesse. «Ich verstehe, dass es schwer nachvollziehbar ist, dass administrative Grenzen in gewissen Fällen ebenso undurchlässig sein können wie geschlossene Bahnschranken, aber eine Verfolgung auf fremden Staatsgebiet muss verhältnismässig sein.»

Zudem werde selbstverständlich die französische Polizei informiert, welche die Verfolgung übernehme. Wann eine Verfolgung über die Landesgrenzen hinaus verhältnismässig ist, regelt ein seit 2009 geltender Staatsvertrag, in dem 31 Delikte von vorsätzlicher Tötung bis Korruption aufgeführt sind. (huf/sda)

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