Unruhen in Ferguson, USA: Polizei nennt Name des Schützen: Darren Wilson

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Unruhen in Ferguson, USAPolizei nennt Name des Schützen: Darren Wilson

Die Polizei von Ferguson hat den Namen des Polizisten bekannt gegeben, der den 18-jährigen Michael Brown erschoss. Darren Wilson, sechs Jahre im Dienst, wurde derweil in Sicherheit gebracht.

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Die Polizei hatte versprochen, noch am Freitag den Namen des Polizisten bekannt zu geben, der vergangenen Samstag den 18-jährigen Michael Brown erschossen hatte. Nun wurde der Name des Mannes, der für den Tod des schwarzen Jugendlichen verantwortlich ist, an einer Pressekonferenz genannt: Darren Wilson.

Wilson sei seit sechs Jahren beim Polizeikorps. Massnahmen gegen den Beamten seien bislang keine getroffen worden, so Polizeichef Tom Jackson. Auf Fragen der Journalisten wollte er jedoch nicht eingehen.

Wie «ABC News» aber weiss, sind der Polizist und seine Familie vor der Bekanntgabe des Namens aus Sicherheitsgründen bereits aus Ferguson gebracht worden.

Umfrage: Schwarze von der Polizei weniger gerecht behandelt als Weisse

Die Bewohner der Kleinstadt mit 20'000 Einwohnern, von denen etwa zwei Drittel schwarz sind, fordern seit Tagen eine umfassende Aufklärung des Vorfalls, was US-Justizminister Eric Holder bereits versprochen hat. Der Polizei warfen die Bewohner vor, den umstrittenen Fall verschleiern zu wollen, weil der Name des verantwortlichen Beamten zu dessen Schutz geheim gehalten wurde.

Dieses Misstrauen gegenüber der Polizei manifestiert sich laut «Huffington Post» auch in einer Umfrage, die die Onlinezeitung in den letzten Tagen zusammen mit der Organisation You Gov durchgeführt hat. Demnach trauen 45 Prozent der US-Bevölkerung dem Justizsystem nicht, wenn es um Mordfälle geht, in denen Polizisten involviert sind.

Ausserdem glauben 53 Prozent der Leute, dass die Polizei härter gegen Schwarze als gegen Weisse vorgeht. Und was den Umgang mit Waffen betrifft, meinen 43 Prozent der Befragten, dass die US-Polizei zu oft dazu greife.

Kritik von Obama und der UNO

US-Präsident Barack Obama rief erst kürzlich die Menschen in der Stadt zur Ruhe auf. Es gebe weder für Angriffe auf die Polizei noch für Plünderungen eine Entschuldigung. Aber auch die Polizei müsse gemässigt vorgehen. Friedliche Demonstrationen seien erlaubt, auch Journalisten dürfen nicht bedroht werden.

Derweil hat ein UNO-Ausschuss die anhaltende Diskriminierung ethnischer Minderheiten in den USA gerügt. Afroamerikaner seien stark überrepräsentiert unter jenen US-Bürgern, die «festgenommen, angeklagt, verurteilt, eingesperrt und mit lebenslanger Haft verurteilt werden, besonders für gewaltlose Verbrechen», kritisierte der stellvertretende Vorsitzende des UNO-Komitees zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung, Noureddine Amir.

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