Strassenschlachten am HB: Polizei nimmt 48 Chaoten in U-Haft
Aktualisiert

Strassenschlachten am HBPolizei nimmt 48 Chaoten in U-Haft

Hunderte Polizisten haben in der Nacht insgesamt 91 Radaubrüder verhaftet. Zwei Drittel davon stammen nicht aus Zürich. Der Grossteil davon sind «Event-Chaoten», wie sie der Polizei-Kommandant bezeichnet.

von
Adrian Müller

In der Nacht krachte es schon wieder – diesmal am Zürcher HB. Dutzende Krawallbrüder schlugen zahlreiche Scheiben kaputt.

Die Polizei hat während den Ausschreitungen insgesamt 91 Personen verhaftet. «Wir behalten 48 davon wegen Landfriedensbruch bis mindestens Montag in Untersuchungshaft», sagt der Zürcher Polizeikommandant Phillipp Hotzenköcherle an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz am Sonntagnachmittag. Den Randalen sei erneut ein breiter SMS-Aufruf vorausgegangen. Wer dahinter stecke, wisse man noch nicht.

Die verhafteten Chaoten - darunter sechs Frauen - gehörten weder zur Party- noch zur Fussballszene noch zum Schwarzen Block, sondern seien «Krawall-Touristen». Zwei Drittel stammten aus dem Kanton, ein Drittel aus der Stadt Zürich. Die meisten der Verhafteten sind sehr jung: 61 sind zwischen zwischen 18 und 25 Jahre alt, 25 davon sind 15- bis 17-jährig. Bei den Ausschreitungen seien eine Frau und eine Polizistin verletzt worden. Der Sachschaden betrage zwischen 100 000 bis 200 000 Franken. Der Polizeieinsatz habe den Steuerzahler rund 250 000 Franken gekostet.

Die zahlreichen Einsätze seien für die Polizisten eine grosse Belastung: «Einige Beamte standen bis zu 24 Stunden am Stück im Einsatz», so Hotzenköcherle.

Gaffer stören Polizeieinsatz

Polizeivorsteher Daniel Leupi ist bestürzt über die erneuten Ausschreitungen: «Krawalltouristen haben die pure Gewalt gesucht», so Leupi. Zu Denken geben ihm aber auch die vielen Gaffer. «Diese Leute haben der Polizei den Einsatz massiv erschwert», so Leupi.

Eine Woche zuvor artete eine «fette Party» mit 1000 Teilnehmern am Bellevue in wüste Strassenschlachten aus.

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