Nigeria: Polizei nimmt Entführer von Schülerinnen fest
Aktualisiert

NigeriaPolizei nimmt Entführer von Schülerinnen fest

Mehrere Mitglieder einer «Spionagezelle» sind im Entführungsfall der nigerianischen Mädchen verhaftet worden. 219 Schülerinnen werden derzeit noch vermisst.

Im Fall der seit April vermissten Schülerinnen aus Nigeria hat das Militär des Landes nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige festgenommen. Es handle sich um den Anführer einer «Spionagezelle» und mehrere Mitglieder der Gruppe, teilte die Armee am späten Montag mit.

Die Gruppierung sei «aktiv an der Entführung der Mädchen beteiligt» gewesen. Bei dem Anführer handle es sich um einen Geschäftsmann, der verdächtigt werde, der Chef des Geheimdienstes der Organisation zu sein, teilte das nigerianische Militär am Dienstag mit.

Zahlungen an Boko-Haram

Er soll demnach in die Planungen der Entführung und mehrerer Angriffe der Islamisten in Maiduguri im Nordosten Nigerias involviert gewesen sein. Der Verdächtige habe seine Mitgliedschaft in einer regierungsloyalen Bürgerwehr als Tarnung genutzt, sagte Generalmajor Chris Olukolade.

Der Mann habe seit 2011 mehrere tödliche Angriffe koordiniert, unter anderem auf Militärstellungen. Zudem seien zwei Frauen festgenommen worden. Eine von ihnen soll Zahlungen an Boko-Haram-Kämpfer organisiert haben.

219 Mädchen vermisst

Zur Entführung der 276 Mädchen hatte sich die islamistische Gruppe Boko Haram bekannt, die für einen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft. Von den Mädchen werden noch immer 219 vermisst, 57 befinden sich inzwischen wieder auf freiem Fuss.

Seit dem Jahr 2009 verübt die Boko Haram immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen, Schulen und Lokale. Der Regierung in Abuja wird vorgeworfen, weitgehend machtlos gegen die Islamistengruppe zu sein. Bei Kämpfen und Anschlägen sind bislang tausende Menschen getötet worden. (sda)

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