Über 230 km/h: Polizei nimmt Jägermeister-Raser fest und zieht Auto ein
Publiziert

Über 230 km/hPolizei nimmt Jägermeister-Raser fest und zieht Auto ein

Vor wenigen Wochen filmte sich eine Gruppe junger Erwachsener bei der Raserfahrt über die Autobahn. Am Dienstag wurden sie verhaftet und der Staatsanwaltschaft zugeführt.

von
Daniel Krähenbühl

Darum gehts

  • Vier junge Erwachsene filmten sich vor wenigen Wochen beim Rasen auf der Autobahn.

  • Spezialisten der Verkehrsabteilung haben die Männer nach umfangreichen Ermittlungen identifiziert.

  • Die Polizei hat die Gruppe am Dienstag festgenommen.

  • Da es sich um ein Raserdelikt handelt, droht dem Lenker harte Strafe.

Mit über 230 Stundenkilometern bretterten vier junge Männer Ende Dezember frühmorgens über eine Schweizer Autobahn. Der Lenker (23), rauchend und mit einer halbleeren Flasche Jägermeister in der Hand, johlt und singt mit seinen Mitfahrern beim Lied mit, das aus den Boxen dröhnt. Ihre Raserfahrt halten die vier Männer filmisch fest, das Video veröffentlichen sie auf Instagram. Aus den Instagram-Stories ist ersichtlich, dass die Gruppe auf dem Weg nach Elm GL ist, um dort schlitteln zu gehen.

Zur Prüfung rechtlicher Schritte hatte die Kantonspolizei Zürich Ende Dezember die Videosequenz an die Spezialisten der Verkehrsabteilung weitergeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis auf Anfrage bestätigt, konnten die Experten die Insassen mittlerweile identifizieren.

«Am Dienstagmorgen wurden die vier Insassen des Fahrzeugs durch die Kantonspolizei an ihren jeweiligen Wohnorten festgenommen. Zudem wurden vier Hausdurchsuchungen durchgeführt», sagt Staatsanwalt Michael Huwiler, Leiter Strassenverkehr. «Das Auto, ein leistungsstarker VW Golf R, wurde sichergestellt.»

«Mehrfache qualifizierte Verletzung» der Verkehrsregeln

Bei den Verhafteten handelt es sich laut Huwiler um vier Schweizer Staatsbürger im Alter zwischen 20 und 23. Der Lenker ist im Kanton Aargau wohnhaft, die drei Mitfahrer im Kanton Zürich. Der Fahrer, der – wie im Video zu sehen ist – innert kurzer Zeit zweimal auf weit über 200 Kilometer pro Stunde beschleunigt und zwei seiner Mitfahrer seien nach der Festnahme und der Befragung durch die Kantonspolizei Zürich der Staatsanwaltschaft zugeführt und auch von ihr befragt worden. Anschliessend seien sie aus der Haft entlassen worden.

«Gegen den Lenker wird wegen mehrfacher qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln ermittelt, gegen zwei seiner Begleiter wegen Gehilfenschaft.» Die vierte Person in der Gruppe sei nach der polizeilichen Befragung aufgrund fehlendem strafbaren Verhalten entlassen worden, sagt Huwiler.

Dem Lenker droht eine harte Strafe

Da der Lenker die Höchstgeschwindigkeit auf einer 120er-Strecke um mehr als 80 Kilometer pro Stunde überschritten hat, gilt der Rasertatbestand als erfüllt. Gemäss Strassenverkehrsgesetz droht ihm eine Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren. «Da er zwei Mal über 200 gefahren ist, dürfte sich die Strafe dementsprechend erhöhen», sagt Huwiler. Zudem sei ihm der Führerausweis anlässlich der Festnahme entzogen worden.

Wie die Spezialisten der Verkehrsabteilung der Kapo Zürich die Personen identifizierten, will Huwiler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. «Es waren umfangreiche und sehr aufwändige Ermittlungen, die zur Identifikation und schliesslich zur Festnahme geführt haben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.»

Brauchst du oder jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

Deine Meinung

483 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Balkabese

29.01.2021, 00:06

Mit Trainerhosen und Adidas Streifen alles klar?

EmHeu

28.01.2021, 18:06

Liebe Richter: Aber bitte jetzt eine unbedingte Gefängnisstrafe aussprechen und nicht wieder irgendwelche strafmildernde Tatsachen erfinden, wie es ja immer ist. Tempo-Exzess und Alkohol sollten auch für unsere Kuscheljustiz Tatsachen sein!

Verständnisloser

27.01.2021, 08:38

Ausweisentzug auf Lebzeiten und statt Knast arbeiten im Spital, da wo Unfallopfer zusammengeflickt werden und in der Reha, da wo sie sich bemühen, wieder ins Leben zurück zu finden.