Aktualisiert 02.10.2012 10:24

Nach brutalem Doppelmord

Polizei nimmt rund ein Dutzend Verdächtige fest

Am frühen Dienstagmorgen hat die Polizei in der französischen Stadt Grenoble eine Razzia durchgeführt. Rund ein Dutzend junge Männer wurden verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, zwei 21-jährige Männer ermordet zu haben.

Schwer bewaffnet stürmten in den frühen Morgenstunden Polizisten das Problemquartier Villeneuve in Grenoble und nahmen rund zwölf Tatverdächtige fest.

Schwer bewaffnet stürmten in den frühen Morgenstunden Polizisten das Problemquartier Villeneuve in Grenoble und nahmen rund zwölf Tatverdächtige fest.

Nach dem brutalen Mord an zwei jungen Männern in einem Vorort der französischen Stadt Grenoble sind am Dienstag rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen worden. Die meisten der Festgenommenen seien 18 bis 21 Jahre alt, verlautete aus Polizeikreisen.

Rund 50 Polizisten begannen demnach in den frühen Morgenstunden damit, Wohnungen im Problemviertel Villeneuve zu durchsuchen und die Verdächtigen festzunehmen. Frankreichs Staatschef François Hollande hatte am Montagabend die Angehörigen der Mordopfer besucht und eine Bestrafung der Täter versprochen.

Hollande besucht Opferfamilien

Zwei 21-jährige Männer waren am Freitagabend in Villeneuve in einem Park von einer Gruppe von rund 15 jungen Männern brutal ermordet worden. Die Angreifer waren mit Messern, Hämmern und Stöcken bewaffnet. Der Bluttat, die in Frankreich für Entsetzen sorgte, ging ersten Ermittlungen zufolge ein Streit voraus, in den ein jüngerer Bruder eines der Mordopfer verwickelt war.

Hollande besuchte am Montagabend zusammen mit Innenminister Manuel Valls die Opferfamilien und versprach, es werde alles unternommen, um die Schuldigen für dieses «hinterhältige Verbrechen» zu finden. Bereits am Montagnachmittag wurden zwei erste Verdächtige festgenommen.

Schwere Unruhen im Sommer 2010

Das Problemviertel Villeneuve war bereits vor zwei Jahren in den Blickpunkt der Medien geraten. Nach dem Tod eines 27-jährigen Casino-Räubers, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden war, kam es in dem Vorort im Sommer 2010 drei Tage lang zu schweren Unruhen.

Dabei wurden Geschäfte geplündert, dutzende Autos angezündet und auf Polizisten geschossen. Nach den Ausschreitungen rief der damalige Staatschef Nicolas Sarkozy einen «nationalen Krieg» gegen die Kriminalität, insbesondere in den Problemvierteln von Grossstädten aus.

(sda)

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