Aktualisiert 10.04.2014 13:29

Mysteriöses SchicksalPolizei rätselt über Mann aus Tschechien

Vergangenen Dezember wird ein Mann völlig entkräftet in der Nähe einer Tankstelle in Norwegen aufgefunden. An seine Herkunft kann er sich nicht erinnern. Jetzt hat die Polizei seine Identität geklärt.

«John Smith» ist das raue Wetter Skandinaviens nicht gewohnt.

«John Smith» ist das raue Wetter Skandinaviens nicht gewohnt.

Das Schicksal eines jungen Mannes, der offenbar aus Tschechien stammt, sich aber an vieles nicht mehr erinnern kann, gibt der norwegischen Polizei Rätsel auf.

Die Polizei in Oslo teilte am Mittwoch mit, die tschechische Polizei habe den Mann eindeutig identifiziert.

Halb bewusstlos wurde «John Smith» am 14. Dezember 2013 im Schnee in Oslo von einem Passanten gefunden. Er kennt nach eigenen Angaben weder seinen Namen, noch weiss er, wie er nach Norwegen kam. Sein Gedächtnis habe erst wieder zu dem Zeitpunkt eingesetzt, als er im Spital zu sich gekommen sei, gab er zu Protokoll.

Vier Monate ermittelte die norwegische Polizei erfolglos. Am Dienstag veröffentlichte sie Fotos zur internationalen Aufklärung des Falls. Daraufhin meldete sich die Polizei in Prag.

Die tschechische Polizei habe die Identität des jungen Mannes eindeutig feststellen können, weil sie mit seinen Eltern Kontakt aufgenommen hätte, sagte der norwegische Polizeiinspektor Oeyvind Torgersen.

«Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen 36-jährigen Staatsbürger der Tschechischen Republik», bestätigte in Prag Polizeisprecherin Eva Stulikova am Donnerstag die Angaben. Er sei mit Sicherheit von mehreren Mitgliedern seiner Familie wiedererkannt worden. Als vermisst sei er nicht gemeldet gewesen. Die Umstände seines Aufenthaltes in Norwegen blieben «verschwommen».

«John Smith» weiss nichts von Eltern

Er wisse «nichts» von seinen Eltern, sagte «John Smith» der Nachrichtenagentur AFP. «Wir wissen nur, dass es zwei Menschen in der Tschechischen Republik gibt, die behaupten, dass sie meine Eltern sind.» Aber nur, weil «jemand auf diesem Planeten etwas sagt, muss es nicht notwendigerweise wahr sein».

Er wolle sich nicht zu grosse Hoffnungen machen, denn die Aussagen könnten sich als «ungenau» herausstellen, sagte «John Smith». Seit der Veröffentlichung der Fotos glaubten offenbar viele, ihn zu kennen. Aber bis zum endgültigen Beweis, handle es sich nur um Behauptungen. «Natürlich hätte ich gern, dass es wahr wäre.»

Der Mann, der ausser Englisch auch Tschechisch, Slowakisch, Polnisch und Russisch versteht, klagte im Gespräch mit AFP, er sei von Unbekannten «beraubt», «sexuell misshandelt», «unter Drogen gesetzt» und dann allein gelassen worden. Vielleicht hätten die Täter Norwegen als «Müllhalde» betrachtet, auf dem sie ihn entsorgen konnten.

«John Smith» ist 1,87 Meter gross, hat blaue Augen und dunkelblonde Haare. Er sagte auch, er sei wärmeres Wetter gewohnt – das Wetter in Norwegen füge ihm Schmerzen zu. (sda)

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